Sie war eine Vorzeige-Athletin der Wintersport-Nation Norwegen – als Heldin der zweiten Reihe eine zuverlässige Mitstreiterin der Ausnahmesportlerinnen Marit Björgen und Therese Johaug.
Sie war Teil eines Olympia-Dream-Teams - acht Jahre danach starb sie tragisch
Die Tragödie einer Gold-Heldin
Zusammen mit Rekord-Olympiasiegerin Björgen und der 14-maligen Weltmeisterin Johaug gewann Vibeke Skofterud Staffel-Gold im Skilanglauf bei Olympia 2010 in Vancouver und auch bei der Heim-WM 2011. Skofterud, die am Montag 46 Jahre alt geworden wäre, beendete ihre Karriere 2014 als vieldekorierte Staffel-Spezialistin. Vier Jahre später schockierte ihr tragischer Unfalltod die Skiwelt.
Olympia- und WM-Gold mit Björgen und Johaug
Skofterud, geboren am 20. April 1980 in der kleinen Stadt Askim, im Süden Norwegens, feierte in der Weltcupsaison 2001/02 ihren Durchbruch mit mehreren Podestplätzen. 2003 folgte der erste große WM-Erfolg: Zusammen mit Björgen, Anita Moen und Hilde Gjermundshaug Pedersen gewann Skofterud Staffel-Silber in Val di Fiemme – hinter dem deutschen Gold-Quartett Manuela Henkel, Viola Bauer, Claudia Künzel und Evi Sachenbacher.
Zwei Jahre später gewann Skofterud bei der WM 2005 in Oberstdorf die erste Goldmedaille ihrer Karriere: In der nur leicht veränderten Besetzung mit der damals schon 40-jährigen Pedersen und Kristin Störmer Steira holten Skofterud und Björgen diesmal Gold – Skofterud als Startläuferin, die auch über 30 Kilometer und im Teamsprint siegreiche Björgen am Schluss.
In Vancouver und Oslo war Skofterud (die 2007 in Sapporo auch WM-Bronze mit der Staffel holte) dann Teil eines goldenen Dream Teams zweier Generationen: Anstelle von Pedersen komplettierte damals die aufstrebende Johaug das Quartett mit Björgen und Steira.
2012 gewann Skofterud zudem als erste Norwegerin den traditionsreichen Wasalauf in Schweden.
Vibeke Skofterud verunglückte 2018 tödlich mit ihrem Jetski
Skofterud, deren beste Einzel-Platzierung im Gesamtweltcup Platz 11 war (2002 und 2012), beendete 2014 ihre Karriere. Dem Sport blieb sie danach als TV-Expertin und -Interviewerin erhalten.
Noch bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang war Skofterud für den norwegischen Olympia-Sender Discovery im Einsatz, wenige Monate später wurden ihre Kolleginnen und Kollegen von der Nachricht ihres frühen Todes erschüttert.
Skofterud wurde am 28. Juli 2018 von ihrer Lebensgefährtin als vermisst gemeldet, nachdem sie von einem Konzertbesuch nicht in die gemeinsam bewohnte Sommerhütte zurückgekommen war.
Am Tag darauf wurde ihre Leiche auf der Insel St. Helena gefunden: Die leidenschaftliche Jetski-Fahrerin war auf ihrem Gefährt unter Alkoholeinfluss mit einem Felsen kollidiert, an Land geschleudert und tödlich verletzt worden.
Björgen und Johaug nach Tod bestürzt
Weggefährtin Björgen zeigte sich über den Tod ihrer Gold-Partnerin „schockiert und am Boden zerstört“. Die im vergangenen Jahr endgültig zurückgetretene Johaug war gleichermaßen bestürzt: „Ich habe eine meiner besten Freundinnen verloren.“
Auch in Deutschland herrschte Betroffenheit: „Das ist die traurigste Nachricht, die mich bisher in meinem Leben erreicht hat“, schrieb die mit Skofterud gut befreundete Olympiasiegerin Claudia Nystad bei Facebook.
„Sie war eine unglaubliche Langläuferin und ein großartiger Mensch. Wir werden sie sehr vermissen“, kommentierte der norwegische Skiverband das Ableben Skofteruds, die nur 38 Jahre alt wurde.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)