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Zu spät für Olympia - Geiger mit furiosem Wettkampf

Geiger bei Heimweltcup furios

Der nicht für Olympia qualifizierte Routinier Karl Geiger springt vor 22.000 Fans furios aus der Krise und überraschend auf das Podest.
Die neue Schanze in Predazzo sorgt für Sicherheitsdiskussionen vor Olympia 2026. Aktive Skispringerinnen und Skispringer ordnen diese Gefahr ein.
Der nicht für Olympia qualifizierte Routinier Karl Geiger springt vor 22.000 Fans furios aus der Krise und überraschend auf das Podest.

Karl Geiger ist beim Skisprung-Weltcup in Willingen furios aus der Krise geflogen und hat völlig überraschend seinen ersten Podestplatz der Saison gefeiert. Der nicht für Olympia qualifizierte Oberstdorfer musste sich am Samstag vor 22.000 begeisterten Fans nur Sloweniens Topstar Domen Prevc sowie dem Japaner Ren Nikaido geschlagen geben und wurde Dritter.

Sechs Tage vor dem Beginn der Winterspiele in Norditalien zeigte sich auch der deutsche Hoffnungsträger Felix Hoffmann mit Platz vier wieder deutlich verbessert. Als Sechster lieferte Andreas Wellinger, ebenfalls zuletzt ein Sorgenkind, seinen besten Saisonwettkampf ab.

„Das hat richtig Spaß gemacht in der Luft, da musste ich mich einfach richtig freuen“, sagte Geiger freudestrahlend im ZDF. Die Stimmung im deutschen Team war euphorisch wie lange nicht mehr.

„Die Jungs haben das brillant gemacht“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der sich besonders für Geiger freute: „Er hat sich das heute wirklich verdient.“ Der Oberstdorfer hatte wochenlang der Olympia-Norm nachgejagt, war dabei phasenweise nicht konkurrenzfähig gewesen - aber Geiger steckte nie auf.

Skispringen: Prevc siegt bei starkem Wind

In einem turbulenten und erneut von starken Winden an der Mühlenkopfschanze beeinflussten Springen zeigte Prevc bei seinem zehnten Saisonsieg wieder eine Gala der Extraklasse: Mit 146,5 m im ersten und grandiosen 155,0 m - nur 50 Zentimeter unter dem Schanzenrekord - erzielte der „Domenator“ in beiden Durchgängen die Bestweite und siegte mit 264,2 Punkten ganz souverän vor Nikaido (242,2).

Geiger, der nach 140,5 m im ersten Durchgang bei günstigem Wind lange geführt hatte und erst von Prevc abgefangen worden war, hielt dem Druck stand: Nach 142,0 m im Finale war das erste Top-10-Platzierung des 33-Jährigen in der laufenden Saison perfekt. Platz acht bis Mitte Januar war für die Olympia-Norm gefordert gewesen - die hätte der Ex-Weltmeister nun mit Leichtigkeit gepackt.

Philipp Raimund blieb mit Platz 18 als viertbester Deutscher etwas unter seinen Möglichkeiten. Pius Paschke kam auf Rang 23. Weil auch Luca Roth den zweiten Durchgang erreichte und 29. wurde, sammelten alle sechs DSV-Adler Weltcup-Punkte.

Am Sonntag (ab 16.15 Uhr im LIVETICKER) wird in Willingen ein weiteres Einzelspringen ausgetragen. Bei Olympia geht es bereits am Donnerstag und damit 24 Stunden vor der Eröffnungsfeier beim ersten offiziellen Training erstmals auf die Normalschanze von Predazzo. Der erste Wettkampf steht am folgenden Montag an.