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Heftiger Gegenwind für Skisprung-Trainer

Heftiger Gegenwind für Skisprung-Coach

Die polnischen Skispringer fliegen in dieser Saison meist hinterher. So richtet sich der Fokus immer mehr auf Trainer Maciej Maciusiak – und der Ton wird schärfer.
Beim Skispringen leben die Athleten den Traum vom Fliegen - insbesondere auf den ganz großen Schanzen. Inzwischen sind Sprünge auf weit über 200 Meter möglich. SPORT1 zeigt die Entwicklung des Weltrekords.
Die polnischen Skispringer fliegen in dieser Saison meist hinterher. So richtet sich der Fokus immer mehr auf Trainer Maciej Maciusiak – und der Ton wird schärfer.

Die Krise der polnischen Skispringer zieht sich durch die gesamte Saison. Lichtblicke sind rar. Am ehesten sorgt dafür der erst 19-jährige Kacper Tomasiak, der als Zwölfter des Gesamtweltcups regelmäßig zu achtbaren Ergebnissen springt. Routinier Kamil Stoch dagegen sucht wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele nach seiner Form. Andere wie Dawid Kubacki oder Piotr Żyła verpassen das Großereignis sogar ganz.

Entsprechend wächst der Druck auf Trainer Maciej Maciusiak. Nun meldete sich Kazimierz Dlugopolski zu Wort. Der 75-Jährige, selbst ehemaliger Skispringer und Nordischer Kombinierer, spart nicht mit Kritik. „Beim Skispringen muss man sich ein wenig auskennen“, sagte Dlugopolski dem Portal WP Sportowe Fakty. „Ich bezweifle, dass dies bei den Trainern derzeit der Fall ist.“

Dlugopolski kritisierte vor allem die Trainingsphilosophie und die Sprungtechnik der polnischen Athleten. „Die Österreicher wissen, worauf es ankommt. Bei uns läuft das offenbar nicht so gut“, so Dlugopolski weiter. Ob falsche Anweisungen der Trainer dafür verantwortlich seien, lasse sich schwer beurteilen: „Manchmal können sie die Technik sogar beeinträchtigen – auch wenn ihre Ratschläge in guter Absicht gegeben werden.“

Polen enttäuschten auch bei der Skiflug-WM

Bei der Skiflug-WM am vergangenen Wochenende erlitt die stolze Skisprung-Nation den nächsten Rückschlag. Zyla kam im Einzel immerhin noch auf Rang 16. Stoch, Kubacki und Aleksander Zniszczoł schieden jedoch bereits nach dem ersten Wettkampftag aus. Im Teamwettbewerb reichte es nur zu Platz acht – unter anderem hinter Slowenien, obwohl die wegen der Sperre von Domen Prevc im ersten Durchgang einen Sprung weniger absolvierten.

Dlugopolski macht daher keinen Hehl daraus, dass Maciusiak um seinen Posten fürchten muss. „Es sieht so aus, als würde man sich nach jemand anderem umsehen“, betonte der langjährige Übungsleiter: „Wir sehen ja, in welcher Form unsere Springer sind. Ich weiß nicht, wie lange sich der Trainer noch verteidigen kann.“ Gerüchte über einen möglichen Trainerwechsel halten sich in Polen seit Längerem.