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Skispringen: Sein Abschied rührte selbst Hannawald zu Tränen

Ein Abschied, der unter die Haut ging

Vor genau einem Jahr beendet Markus Eisenbichler seine Skisprung-Karriere. Es ist ein emotionaler Abschied, der zeigt, wie sehr der 34-Jährige geschätzt wird.
Markus Eisenbichler zeigte sich nach seinem letzten Sprung sehr emotional
Markus Eisenbichler zeigte sich nach seinem letzten Sprung sehr emotional
© Screenshot ARD
Vor genau einem Jahr beendet Markus Eisenbichler seine Skisprung-Karriere. Es ist ein emotionaler Abschied, der zeigt, wie sehr der 34-Jährige geschätzt wird.

Zwei starke Sprünge, ein letzter Podestplatz und emotionale Umarmungen im Live-TV – so lässt sich der letzte Auftritt eines deutschen Skisprung-Lieblings beschreiben, dessen Abgang Spuren hinterlassen hat.

Genau ein Jahr ist es nun her, dass Markus Eisenbichler seine lange und erfolgreiche Karriere beendete. Sein Abschied rührte nicht nur ihn selbst zu Tränen, sondern sogar Skisprung-Legende Sven Hannawald.

„Was für ein emotionaler Abschied. Viel schöner kann man sich so einen Abschied gar nicht vorstellen“, bilanzierte ARD-Moderatorin Lea Wagner damals, während Eisenbichler von Teamkollegen und Fans lautstark gefeiert wurde: „Super-Eisei, Super-Eisei, hey, hey.“

Eisenbichler fliegt zum Abschied nochmal ganz weit

Beim Team-Skifliegen am 29. März 2025 in Planica zeigte der Bayer als Schlussspringer noch einmal seine Klasse: Mit zwei Sprüngen auf jeweils 223,5 Meter sicherte er dem deutschen Team Rang zwei hinter Österreich.

Anschließend fehlten dem 34-Jährigen, der sonst immer einen lockeren Spruch parat hat, ein wenig die Worte: „Es war echt eine schöne Zeit. Mir fällt das echt wahnsinnig schwer. Ich werde es auf jeden Fall vermissen. Das war mein Leben, was ich gemacht habe.“

Besonders bewegend wurde es, als sich Eisenbichler direkt an seine Eltern wandte und ihnen für ihre Unterstützung dankte: „Ich bin natürlich auch auf meine Eltern stolz. Papa: Schade, dass du nicht hergekommen bist, aber ich kann dich voll verstehen. Für dich wäre es nochmal emotionaler geworden. Mama ist hier und das freut mich wahnsinnig. Ohne sie wäre es nicht gegangen.“

Eisenbichler-Abschied berührt auch Moderatoren und Experten

Im Umfeld blieb nach Eisenbichlers letzten beiden Sprüngen kaum ein Auge trocken. Auch TV-Experte Sven Hannawald „hat sich noch die ein oder andere Träne aus dem Auge wischen müssen. Das war nochmal hochemotional“, verriet ARD-Kommentator Tom Bartels, der gemeinsam mit der Skisprung-Ikone den Wettkampf begleitete.

Bartels konnte sich ebenfalls kaum zurückhalten: „Jaaa. Das schafft er. Was für ein Abschluss“, schrie er fast schon bei Eisenbichlers finalem Sprung ins Mikrofon. Weiter lobte er: „Bravo, Markus Eisenbichler. Er hat es so verdient.“

Auch Moderatorin Lea Wagner gab Eisenbichler emotionale Worte mit auf den Weg: „Wir haben es sehr genossen. Genau diese Emotionen sind das, was Sie ausmacht und warum Sie jeder Skisprung-Fan ins Herz geschlossen hat.“

Sektdusche und Jubel bei laufendem Wettkampf

Unmittelbar nach seinem letzten Satz der Karriere war die Freude bei Eisenbichler und seinen jahrelangen Weggefährten zu groß, um sie bis zum Ende des Wettkampfes zurückzuhalten.

Seine Teammitglieder standen im Auslauf parat, überraschten ihn mit einer Sektdusche und trugen ihn schließlich auf den Schultern. Auch Eisenbichlers eigens angereister Fanklub mit Freunden und Familienmitgliedern feierte mit „Danke-Eisei“-Shirts.

„Das bedeutet mir viel. Ich muss gerade mit mir kämpfen, weil es so emotional war. Es war nochmal schön, zwei gute Flüge zu haben“, sagte Eisenbichler danach im Interview. Als er auf seine zahlreichen Weggefährten angesprochen wurde, kämpfte er sichtlich mit den Tränen. „Ich bin einfach so stolz, solche tollen Leute um mich zu haben. Das bedeutet mir sehr viel. Es raubt mir gerade den Atem“, brachte er gerade so noch heraus, bevor ihn seine Gefühle fast komplett übermannten.

Am nächsten Tag sorgte er im TV-Interview dann noch einmal für einen seiner wohlbekannten Schmunzler: „Ich brauche jetzt erstmal Urlaub. Das war viel gestern. Ich bin nicht ganz fit“, erklärte er lachend in der ARD. Die große Abschiedsparty hatte es wohl in sich gehabt.

Sechsmal WM-Gold und Zweiter bei der Vierschanzentournee

Sportlich blickt Eisenbichler auf eine beeindruckende Karriere zurück. Seine größten Erfolge feierte der 34-Jährige im Jahr 2019, als er bei der Nordischen Ski-WM gleich drei Goldmedaillen (Großschanze, Team, Mixed-Team) gewinnen konnte.

Auch bei der Vierschanzentournee 2018/19 sprang er stark und wurde in der Gesamtwertung Zweiter hinter dem überragenden Japaner Ryoyu Kobayashi, der alle vier Springen gewinnen konnte.

Insgesamt bejubelte Eisenbichler sechs Goldmedaillen und eine Bronzemedaille bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking holte er sich zudem mit dem DSV-Team die Bronzemedaille.

Nach dem Rücktritt bleibt er dem Sport treu

Doch auch nach seinem Rücktritt ist Markus Eisenbichler dem Skisprung-Zirkus erhalten geblieben: Als TV-Experte bei Eurosport begleitet er weiterhin ausgewählte Wettbewerbe.

„Ich hatte eine großartige Zeit als Aktiver und freue mich sehr, dem Skispringen in neuer Rolle als Eurosport-Experte verbunden zu bleiben“, sagte er bei einem seiner ersten Auftritte als Experte.

Außerdem stand er seinem guten Freund und langjährigen Zimmerkollegen Karl Geiger bei einigen Weltcupspringen in der abgelaufenen Saison zur Seite. „Ich weiß gar nicht, wie sehr er mir dann wirklich fehlen wird“, ordnete Geiger den Abschied Eisenbichlers vor einem Jahr im Interview ein.

Eines steht fest: Mit dem Bayer hat das deutsche Skispringen einen angesehenen und geschätzten Athleten verloren – das wurde bei seinen letzten Sprüngen mehr als deutlich.