Für Ryoyu Kobayashi endete der Arbeitstag beim Skifliegen in Vikersund bereits nach dem ersten Durchgang. Zwar sortierte sich der japanische Skisprung-Star nach 221 Metern im erweiterten Spitzenfeld ein, jedoch wurde er nur wenige Minuten später aus dem Verkehr gezogen.
Eisenbichler-Kritik nach Kobayashi-DSQ: "Da kann er was dafür"
Skisprung-Ass disqualifiziert
Offizieller Grund für die Disqualifikation war, dass der dreimalige Tournee-Sieger die erlaubte Skilänge um einen Zentimeter überschritten hatte. Anders gerechnet war Kobayashi schlichtweg ein wenig zu leicht, um seinen vorgesehenen Sprungski nutzen zu können. Ähnliches war vor zwei Wochen auch Dominator Domen Prevc passiert.
„Er nimmt es mit einem Lächeln hier. In dieser Saison hat nicht alles funktioniert“, sagte Eurosport-Experte Werner Schuster, als Kobayashi mit gepackten Taschen das Schanzen-Areal verließ.
„Es ist gegen die japanische Mentalität. Eine Disqualifikation ist ihnen immer richtig peinlich“, hielt Kommentator Gerhard Leinauer fest, der dem Skisprung-Ass aber keine Vorwürfe machen wollte: „Er weiß, da kann er nichts dafür. Er war zu leicht, da passt die Skilänge nicht mehr. Das ist bitter. Ein Schluck Wasser mehr.“
Eisenbichler widerspricht Kommentator
Markus Eisenbichler, der ebenfalls als Experte im Einsatz war, sah das anders. „Da kann man was dafür. Ich habe immer vor dem Sprung kontrolliert, ob das Gewicht passt. Das, was man beeinflussen kann, muss man beachten“, widersprach der Weltmeister aus dem Jahr 2019.
„Ja, er nimmt das manchmal ein bisschen zu cool mit Sonnenbrille und Mütze“, stieg dann auch Leinauer auf die Kritik ein.
Für Kobayashi endete der Tag gewissermaßen dennoch glimpflich. Mit 1173 Punkten belegt er in der Gesamtwertung Platz zwei und hat weiterhin einen komfortablen Vorsprung auf Daniel Tschofenig, Ren Nikaido und Philipp Raimund, die auch nicht ganz vorne mitfliegen konnten.
Der Sieg in Vikersund ging an den Österreicher Stephan Embacher, der seinen ersten Weltcup überhaupt gewann.