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Geld-Zoff! Der Vierschanzentournee droht der GAU

Paukenschlag um Vierschanzentournee?

Ein Streit um finanzielle Mittel erschüttert die Planungen der kommenden Vierschanzentournee. Muss sogar ein alternativer Austragungsort her?
Felix Hoffmann, deutscher Skispringer, bei der Vierschanzentournee im Januar
Felix Hoffmann, deutscher Skispringer, bei der Vierschanzentournee im Januar
© IMAGO/Eibner
Conrad Fröhlich
Ein Streit um finanzielle Mittel erschüttert die Planungen der kommenden Vierschanzentournee. Muss sogar ein alternativer Austragungsort her?

Es knirscht bei der Planung der kommenden Vierschanzentournee. Der Skiclub Partenkirchen, Ausrichter des Neujahresspringens, verlangt offenbar mehr Geld und Fördermittel vom Deutschen Skiverband (DSV). Nach Bild-Infos fordert der Austragungsort eine Erhöhung um rund 30 Prozent.

Die Vierschanzentournee geht im kommenden Jahr in ihre 75. Auflage. Als Austragungsorte stehen wie gewohnt Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen auf dem Programm. Garmisch erhält dabei vom DSV als Ausrichter jedes Jahr eine niedrige, siebenstellige Summe zur Kostendeckung, stellt dafür die Infrastruktur und darf die Zuschauereinnahmen behalten. Der DSV erzielt Millionengewinne durch Sponsoren- und TV-Verträge.

Seit über 20 Jahren soll vom Deutschen Skiverband jedoch keine signifikante Zahlungsanpassung vorgenommen worden sein, wie auch Michael Maurer, Präsident des SC Partenkirchen, der SZ bestätigt: „Wir tragen das komplette Risiko, hatten 22 Jahre lang aber keine signifikanten Zahlungsanpassungen. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir bei der Tournee Fehlbeträge in unseren Kassen.“ Der SCP fühle sich übergangen und würde unzureichend von der lukrativen Tournee profitieren.

Trotz der Schwierigkeiten gab sich DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach der Bild gegenüber vorsichtig optimistisch bei der Lösungssuche. Er kündigte an, dass noch „einige rechtliche und inhaltliche Dinge“ zu klären sind, geht dabei aber davon aus, „eine gemeinsame Lösung“ zu finden. Zeit dafür haben die Streithähne bis zum 28. Dezember, dann startet der prestigeträchtige Wettbewerb in Oberstdorf.

Eine Einigung steht jedoch aus, die Konsequenzen wären immens: Es müsste ein neuer Ort für das prestigeträchtige Neujahresspringen gefunden werden. So steht im Raum, dass entweder einer der drei weiteren Orte das Neujahresspringen zusätzlich ausrichtet oder ein gänzlich neuer Ort hinzukommt.

Für Partenkirchens Präsident Maurer ist dies unvorstellbar: „Ohne uns gibt es keine Vierschanzentournee.“ Hintergrund: Der Skiclub Partenkirchen ist Markeninhaber der Vierschanzentournee. Somit müsste bei einer Tournee ohne Garmisch womöglich sogar ein neuer Name für das Event gefunden werden – ein GAU, wie die SZ schreibt. Maurer habe zudem eine mündliche Zusage der FIS, dass es zu keiner Änderung der Pläne kommen soll.

Für die Außendarstellung wäre dies, am 75. Geburtstag der Tournee und bei der Premiere des Frauen-Wettbewerbs, in der Tat ein verheerendes Szenario.