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WWE: Haben die Fans in Saudi-Arabien den Royal Rumble ruiniert?

War das ein unwürdiger Rumble?

Der WWE-Traditionsevent Royal Rumble wird erstmals in Saudi-Arabien ausgetragen. Bei den Fans in Riad kommt nicht immer die gewohnte Atmosphäre auf. Zahlreiche Anhänger vor den Bildschirmen reagieren frustriert.
Roman Reigns gewann den WWE Royal Rumble 2026 der Männer
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Roman Reigns gewann den WWE Royal Rumble 2026 der Männer ​
© WWE
Der WWE-Traditionsevent Royal Rumble wird erstmals in Saudi-Arabien ausgetragen. Bei den Fans in Riad kommt nicht immer die gewohnte Atmosphäre auf. Zahlreiche Anhänger vor den Bildschirmen reagieren frustriert.

Jahr für Jahr fiebern Millionen Fans dem WWE Royal Rumble entgegen - selbst viele, die mit der Wrestling-Liga nicht viel am Hut haben.

In diesem Jahr allerdings hinterließ der traditionelle Großevent mit der berühmten 30-Mann-Schlacht um ein Titelmatch beim Jahreshöhepunkt WrestleMania (sowie seit einigen Jahren auch einer 30-Frauen-Schlacht) gemischte Gefühle bei vielen TV-Zuschauern. Schuld war weniger die Qualität der Action im Ring, sondern eher der ungewohnte Standort.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Liga fand der Rumble außerhalb Nordamerikas statt: Er stieg in einem provisorischen Stadion in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens - dem Land, mit dem WWE seit einigen Jahren einen milliardenschweren Kooperationsvertrag hat.

Jenseits aller moralischen Fragen um die Zusammenarbeit mit der autoritären Goldmonarchie und der Menschenrechtssituation vor Ort störten sich viele Zuschauer am Publikum. In sozialen Medien wie X waren während der Show Hunderte Beschwerden zu lesen, dass in der nicht voll besetzten Arena nicht annähernd die übliche Rumble-Atmosphäre aufgekommen sei. Es sind Klagen, die WWE nicht kalt lassen können - zumal Saudi-Arabien im Jahr 2027 Schauplatz des noch größeren Mega-Events WrestleMania sein wird.

WWE Royal Rumble: Kritik an Fans in Saudi-Arabien

„Das Publikum ist tot“, war speziell während des Rumble-Matches der Frauen dutzendfach zu lesen. „Die Fans waren komatös“, befand auch der bekannte Ringreporter Bryan Alvarez in seinem Rumble-Podcast auf dem Portal Figure 4 Weekly.

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Zu hundert Prozent fair war die Beobachtung nicht: Die saudischen Fans reagierten laut und euphorisch auf die großen Namen der Liga wie Cody Rhodes, Brock Lesnar, Randy Orton und den am Ende siegreichen Roman Reigns - und auch auf einige beim Rumble stark dargestellte Shootingstars wie die frisch in den Hauptkader beförderten Trick Williams und Oba Femi bei den Männern sowie die athletische Sol Ruca bei den Frauen. Für den vielleicht lautesten Jubel des Abends sorgten dort zudem die unangekündigte Rückkehr von Brie Bella und die Reunion der Bella Twins mit Zwillingsschwester Nikki.

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Wahr ist allerdings: Viele andere Wrestlerinnen und Wrestler, die bei den Fans in Amerika und Europa definitiv laute Reaktionen ausgelöst hätten, hatten in Saudi-Arabien einen schweren Stand - was die Show merklich beeinträchtigte. Speziell beim Rumble der Frauen blieb es bei vielen Einmärschen ruhig, die Fans wirkten oft nicht eingenommen vom Geschehen im Ring. Mehrfach gab es statt Reaktionen auf die Wrestlerinnen Rufe nach der frisch zurückgetretenen Legende John Cena - was diverse Fans in anderen Ländern als respektlos kritisierten.

Diverse Rumble-Einmärsche verpuffen

Bei den Männern war mehr Leben im Publikum, aber auch nicht immer: Diverse Momente, von denen sich WWE größere Reaktionen erhofft haben dürfte, verpufften in Riad ganz oder weitgehend. Gespenstische Stille herrschte etwa beim Auftritt des mexikanischen Kultstars Mr. Iguana. Auch beim Comeback von Chad Gable alias „El Grande Americano“ nach langer Verletzungspause und dem komödiantischen Duell mit dem maskierten Doppelgänger, der ihn in dieser Zeit vertreten hatte (der deutsche Wrestler Ludwig Kaiser), blieb es vor Ort sehr ruhig.

Atmosphärisch geschmälert wurde auch das große Debüt des von Konkurrent AEW verpflichteten Royce Keys (ehemals: Powerhouse Hobbs), den der Großteil der saudischen Fans schlicht nicht zu kennen schien. Bei einer Rumble-Show in den USA - bei dem die besonders eingefleischten Wrestling-Fans überdurchschnittlich stark vertreten sind - wäre der akustische „Impact“ ein völlig anderer gewesen.

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Auf unangenehme Weise skurril wurde es bei der Postshow, in der Ligavorstand „Triple H“ Paul Levesque das Event für die Fans rekapitulierte. Während seines Auftritts gab es Rufe nach Vince McMahon - dem wegen schwerer Vorwürfe der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs ehemaliger Angestellter verfemten Ligagründer.

Roman Reigns und Liv Morgan triumphieren

Bei den Frauen sicherte sich zu Beginn der Show Liv Morgan den Sieg - die dabei unter anderem auch ihre Partnerin Raquel Rodriguez hinterrücks ausschaltete. Bei den Männern triumphierte am Ende Roman Reigns, der damit bei WrestleMania in Las Vegas im April nach der Rückkehr an die Ligaspitze greift - zwei Jahre, nachdem seine epische, über drei Jahre andauernde Regentschaft als „Undisputed Universal Champion“ von Cody Rhodes beendet worden war.

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Reigns eliminierte am Ende Österreich-Star Gunther, der zuvor Legende AJ Styles in den Ruhestand geschickt hatte. Der „Original Tribal Chief” hat laut Drehbuch die Wahl, ob er in Vegas WWE-Champion Drew McIntyre oder World Champion CM Punk herausfordert.

In einem turbulenten Match wurden zwei große Konkurrenten Reigns‘ durch Eingriffe von außen ausgeschaltet: Der an Position 2 enternde Shootingstar Bron Breakker wurde von einem maskierten Mann angegriffen, bei dem es sich um den von ihm verratenen Ex-Mentor Seth Rollins zu handeln schien. Breakker wurde nach dem Angriff von Nummer-1-Teilnehmer Oba Femi eliminiert.

Unsauber ausgeschaltet wurde neben Breakker auch der frühere WWE-Champion Cody Rhodes, der einem Eingriff des amtierenden Titelträgers Drew McIntyre zum Opfer fiel. Der zuvor gegen Sami Zayn siegreiche McIntyre hielt sich damit einen gefährlichen Rivalen vom Hals.

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Oba Femi und andere Shootingstars hinterlassen Eindruck

Ex-Leichtathlet Femi wurde beim Rumble auffallend stark dargestellt: Er eliminierte zahlreiche Stars und lieferte sich ein Monster-Duell auf Augenhöhe mit dem ehemaligen UFC-Schwergewichtschampion Brock Lesnar, der Femi am Ende eliminierte. Womöglich war es das Vorspiel für ein WrestleMania-Match der beiden.

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Bei den Frauen ließ derweil die Inszenierung der aufstrebenden Hünin Lash Legend aufhorchen, die unter anderem die Bella Twins und Charlotte Flair ausschalten durfte und vom Kommentatorenteam wiederholt als „WrestleMania-Main-Eventerin der Zukunft“ dargestellt wurde. Viel vorzuhaben scheint WWE auch mit der athletischen Ruca, die erst als zweitletzte Kontrahentin von Morgan eliminiert wurde - vor der zurückkehrenden Tiffany Stratton.

Die von vielen ebenfalls erwartete Rückkehr der Legende Chris Jericho gab es beim Rumble (noch) nicht.