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Trauer um schillernde Wrestling-Ikone: "Wird noch Generationen prägen"

Trauer um eine Wrestling-Ikone

"Sein Vermächtnis wird noch Generationen prägen": "Loverboy" Dennis Condrey, Begründer des womöglich größten Tag Teams der Showkampf-Welt, ist tot.
Dennis Condrey (r.) und Bobby Eaton bildeten den legendären Midnight Express
Dennis Condrey (r.) und Bobby Eaton bildeten den legendären Midnight Express
© WWE
"Sein Vermächtnis wird noch Generationen prägen": "Loverboy" Dennis Condrey, Begründer des womöglich größten Tag Teams der Showkampf-Welt, ist tot.

Die Wrestling-Welt trauert um den Mann, der das vielleicht größte und einflussreichste Tag Team der Branche begründet hat: „Loverboy“ Dennis Condrey ist tot.

Condrey war Originalmitglied des legendären Midnight Express, dessen Rivalität mit dem Rock ’n‘ Roll Express (Ricky Morton und Robert Gibson) als Blaupause des modernen Tag-Team-Wrestlings gilt. „Sein Vermächtnis wird noch Generationen prägen“, hält der Ligenverbund NWA, bei dem die beiden Duos berühmt geworden waren, in einem Nachruf auf Condrey fest.

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Dennis Condrey tot: Ein wahrer Wrestling-Gigant

Der schillernde Midnight Express – berühmt unter anderem für den bombastischen Einmarsch zum Score aus dem gleichnamigen Filmklassiker, komponiert vom Südtiroler Disco-Denkmal Giorgio Moroder – war ein Gespann, das in verschiedenen Regionen in verschiedenen Besetzungen antrat.

Condrey war Teil des 1980 formierten Ur-Express mit „Ravishing“ Randy Rose und Norvell Austin. Berühmter wurde am 1983 das Duo mit dem 2021 verstorbenen „Beautiful“ Bobby Eaton mit dem wortgewaltigen Manager Jim Cornette, später auch bei WWE als Begleiter vieler Legenden wie Yokozuna und Owen Hart bekannt.

Der Midnight Express hielt unzählige Tag-Team-Titel, trat in vielen Regionen als Headliner auf, sorgte für ausverkaufte Hallen mit teils zehntausenden Fans – und blieb vor allem für seine Dauerrivalität mit den als Glamrockern inszenierten Ricky Morton und Robert Gibson in Erinnerung.

Fehde mit Rock ‘n’ Roll Express war stilbildend

Die großen Duelle der beiden Expresses hatten immer wieder dieselbe Formel: Der als Bösewichte antretende Midnight Express isolierte Morton, dessen Fähigkeit das “face in peril” zu mimen, den in Bedrängnis geratenen Liebling, so eindrucksvoll waren, dass “playing Ricky Morton” in der Branche zum geflügelten Wort wurde.

Dramaturgischer Höhepunkt war dann stets der “hot tag”, der Wechsel mit Gibson, der aufräumte, worauf er und Gibson entweder den Sieg davontrugen – oder darum betrogen wurden. Die Formel wurde so populär, dass sie bis heute das Grundformat fast jedes Tag-Team-Matches ist.

Die beiden Expresses lieferten zahlreiche für damalige Verhältnisse hochklassige Matches, wurden in den darauffolgenden Jahrzehnten x-fach kopiert, offensichtlichste Nachahmer von Morton und Gibson bei WWE waren die Rockers, Marty Jannetty und der junge Shawn Michaels, der sich von beiden Teams vieles abschaute, worauf seine Fabelkarriere gründete.

Zu den Bewunderern aus der heutigen Zeit zählt unter anderem FTR (Dax Harwood und Cash Wheeler), das womöglich beste Tag Team der Neuzeit: Ihr Theme bei AEW ist eine Hommage an den Midnight Express, ihre große Rivalität mit den Young Bucks in vielerlei Hinsicht eine Fortführung der Duelle der Expresses.

Harwood, der Condrey 2023 noch gemeinsam mit Wheeler und dem damals noch bei AEW aktiven CM Punk für sein Lebenswerk geehrt hatte, machte nun Condreys Tod öffentlich. Traurigerweise sind seine Hinterbliebenen in finanzieller Not – um ihnen bei den Beerdigungskosten zu helfen, gibt es eine Online-Spendenkampagne.

Midnight Express: Condrey bildete das erste berühmte Duo mit Bobby Eaton

Condrey, geboren am 1. Februar 1952 in der Stadt Florence in Alabama, stand vier Jahre lang im Zentrum der großen Fehde der Expresses, die sich über verschiedene regionale US-Ligen erstreckte – Mid-South, WCCW in Texas und schließlich auch Jim Crockett Promotions, den Vorläufer des späteren WWE-Rivalen WCW. Auch mit anderen großen Duos der Ära wie den Fantastics und den Road Warriors (der späteren Legion of Doom) bestritten Condrey und Eaton größere Fehden.

Im Jahr 1987 verließ Condrey die Crockett-Liga und wechselte zur Promotion AWA, wo er eine Reunion mit Weggefährte Randy Rose feierte. Eaton formierte derweil eine neue Version des Midnight Express mit „Sweet“ Stan Lane.

Im Jahr 1989 gab es dann bei WCW eine kurze Fehde der beiden Team-Inkarnationen: Manager des Original Midnight Express mit Condrey und Rose war der junge Paul E. Dangerously alias Paul Heyman.

WWE-Star Nick Aldis verneigt sich

Zahlreiche Stars der Szene reagierten in den sozialen Medien mit Tributen für Condrey, eine ausführliche Würdigung formulierte unter anderem Nick Aldis, der bei WWE als General Manager der Freitagsshow SmackDown auftritt.

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„Wrestling ist am besten, wenn technische Klasse, perfektes Timing und rohe, glaubwürdige Aggression zusammenkommen – Dennis Condrey hat diese Mischung makellos verkörpert“, schrieb der Brite: „Wer sich die Arbeit dieses Mannes ansieht, kann sich einen Doktortitel im Wrestling gratis erwerben.“ Condrey sei ein „wahrhaftiger Meister“ gewesen.

Condrey blieb bis ins fortgeschrittene Alter im Ring aktiv, oft für Nostalgie-Revivals mit seinen alten Partnern und Rivalen. Er wurde 74 Jahre alt.