Mit der Gründung von CNN revolutionierte er weltweit das Fernsehen und das Nachrichtenwesen. Auch sonst hinterließ er zahlreiche Spuren in Kultur, Politik, Sport und Showbiz.
Einst auch der Nemesis von WWE: Wrestling-Welt betrauert TV-Ikone
Wrestling-Welt betrauert TV-Ikone
Der einflussreiche Geschäftsmann, Milliardär und Wohltäter Ted Turner ist im Alter von 87 Jahren nach einer jahrelangen Demenzerkrankung verstorben – und zur großen Trauergemeinde gehört auch die Wrestling-Welt, die Turner geprägt wie wenige andere.
Ted Turner griff mit WCW WWE an
Turner erkannte früher als viele andere den geschäftlichen Wert der Schaukampf-Branche, förderte sie ohne Berührungsängste und verhalf ihr mit seinem nach ihm benannten TV-Imperium zu landes- und weltweiter Beachtung.
In den achtziger Jahren kaufte Turner die Liga Jim Crockett Promotions, neben WWE (damals: WWF) die damals einzige Liga mit nationalen Ambitionen. Die aus JCP hervorgegangene Promotion WCW (World Championship Wrestling) nahm in den Neunzigern die Vormachtstellung von WWE ins Visier. Mit Hilfe von Turners Geld machte WCW dem Konkurrenten Stars wie Hulk Hogan, „Macho Man“ Randy Savage, Lex Luger, Scott Hall und Kevin Nash abspenstig – und eroberte in den legendären „Monday Night Wars“ zwischenzeitlich die Marktführerschaft.
Obwohl WCW 2001 aufgrund jahrelanger Misswirtschaft und anhaltender kreativer Turbulenzen unterging, bleibt Turner als Branchenpatron von ähnlich wichtigem historischen Rang wie WWE-Gründer Vince McMahon in Erinnerung.
Der Anfang 2024 wegen schwerer Vorwürfe des Sexhandels und der Vergewaltigung gestürzte McMahon empfand Turner als Erzfeind. Er inszenierte sich – bevor WWE selbst zum Milliarden-Unternehmen aufstieg – als unfair benachteiligter Underdog im Konkurrenzkampf mit Turner, den McMahon als „Billionaire Ted“ auch im WWE-TV karikierte.
Ric Flair trauert: „Ruhe in Frieden, mein Freund“
„Mit seiner Liebe zum Wrestling hat er so viele Gelegenheiten für so viele Wrestler erschaffen“, verneigt sich nun WCW-Ikone Ric Flair – der im vergangenen Jahr schon seinen ewigen Weggefährten Hogan verloren hatte – vor seinem ehemaligen Mäzen: „Ruhe in Frieden, mein Freund – und vielen Dank für all die denkwürdigen persönlichen Momente, die wir miteinander verbracht haben.“
Auch der frühere WCW-Boss Eric Bischoff würdigte die „bahnbrechenden unternehmerischen Visionen“ Turners: „Er hat mein Leben verändert. Er hat das Leben meiner Kinder verändert. Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich heute bin – und ich bin nur einer.“
Der heutige WWE-Hauptrivale AEW, der wie WCW auf Turners Kanälen sendet, widmete am Mittwoch seine aktuelle Ausgabe der Show Dynamite dem Andenken an Turner.
CNN, Sport, Politik, Bisonfleisch, Captain Planet
Robert Edward Turner III, wie Turner mit vollem Namen hieß, erbte im Jahr 1963 nach dem Suizid seines Vaters dessen Unternehmen für Reklametafeln und entwickelte daraus ein revolutionäres TV-Konglomerat.
Der schillernde Turner besaß in seiner Wahlheimat Atlanta zudem alle wichtigen Sportteams abseits der NFL (die Braves aus der MLB, die Hawks aus der NBA und die Thrashers aus der NHL) und gewann – kein Witz – 1977 als Skipper der Courageous die wichtigste Segeltrophäe der Welt, den America’s Cup. Turner war auch der Gründervater der 2001 eingestellten Goodwill Games, die er als Reaktion auf die Olympia-Boykotte im Kalten Krieg 1980 und 1984 erfand.
Auch politisch war Turner einflussreich, der passionierte Rancher stiftete Milliarden für die Vereinten Nationen, die Abrüstung und die Umweltpolitik. Zum Vermächtnis des Ex-Ehemanns von Schauspielerin Jane Fonda gehören auch eine Restaurantkette für Bisonfleisch und die von ihm miterdachte Animations-Kultserie „Captain Planet“.