Das ist der größte Coup, den WWE-Konkurrent All Elite Wrestling seit langer Zeit gelandet hat - zumindest, was das Thema Strahlkraft über die eigene Fanszene hinaus angeht.
Wrestling-Sensation um Ronda Rousey!
Wrestling-Sensation um Ronda Rousey
UFC-Ikone Ronda Rousey, Amerikas berühmteste Kampfsportlerin, ist zweieinhalb Jahre nach ihrem WWE-Abgang zurück im Wrestling-Ring - und hat sich nun bei AEW in den Mittelpunkt des Interesses gehievt!
Beim Pay Per-View Revolution, der bislang größten AEW-Show des Jahres in ihrer Wahlheimat Los Angeles (bei der sich unter anderem auch ein legendäres WWE-Duo bei AEW zurückgemeldet hat), hat sich Rousey mit ihrer alten Freundin Marina Shafir zusammengetan und deren Rivalin „Timeless” Toni Storm zum Kampf aufgefordert.
Zwei Monate vor ihrem großen MMA-Comeback gegen Legendenkollegin Gina Carano profitiert somit nun auch Tony Khans Wrestling-Promotion von der neuen Aufmerksamkeit um die bei WWE im Frust geschiedene Rousey - wenngleich unklar ist, ob sie dort wirklich in den Ring steigen wird.
AEW Revolution: Ronda Rousey zurück im Wrestling-Ring
Zur Erinnerung: Nach dem frühen Ende ihrer kommerziell enorm erfolgreichen UFC-Karriere war Rousey zwischen 2018 und 2023 bei WWE aktiv - ein Engagement, das der Liga enorm werbewirksam war, aber in zwiespältiger Erinnerung blieb: Obwohl Rousey seit langem ein großer Wrestling-Fan ist - sie empfand ihren Auftritt der verstorbenen WWE-Ikone „Rowdy“ Roddy Piper nach -, fremdelte sie bei ihren Auftritten immer wieder mit der speziellen Umgebung und der Fanbase.
Die als offenherzig bekannte Rousey hat nach dem Ende ihrer WWE-Zeit diverse kritische Interviews über den Ex-Arbeitgeber gegeben und sich nun dem Rivalen zugewandt, für den sie schon im Herbst 2023 einen Gastauftritt absolviert hatte - zusammen mit ihrer MMA-Weggefährtin Shafir bestritt sie bei der Aufbauliga ROH ein Match gegen das Duo Athena und Billie Starkz.
Der jetzige Auftritt ist ungleich größer: Nach Storms Sieg über Shafir in der ausverkauften Crypto.com Arena - Heimstatt der Los Angeles Lakers - tauchte Rousey plötzlich im Ring auf und forderte Storm auf, sich zu ihr zu gesellen.
Unter dem Jubel der Fans machte sich die Australierin Storm auf, um Rousey die Stirn zu bieten. Eine Armada von Ringrichtern und Offiziellen schritt ein, um Storm und Rousey voneinander zu trennen. Shafir nutzte die Verwirrung, um Storm hinterrücks niederzustrecken - sie und Rousey verließen dann unter unfreundlichen Gesten gegen die Fans die Szenerie.
Crosspromo für MMA-Duell mit Gina Carano
Wohin Rouseys Auftritt führen wird, ist unklar: Womöglich war es einmal mehr nur ein Freundschaftsdienst für Shafir, deren AEW-Karriere zuletzt stark aufgeblüht war. Die Größe der Inszenierung schürt allerdings eher die Erwartungshaltung, dass Rousey selbst ein Match bestreiten wird - die Megashow All In am 30. August im Londoner Wembley-Stadion wäre die passendste Bühne.
Vorher steuert die 39 Jahre alte Rousey auf ihr MMA-Match gegen Carano im nahen Inglewood zu - groß vermarktet von Jake Pauls Kampfsport-Projekt Most Valuable Promotions und Streaming-Riese Netflix, pikanterweise auch Medienpartner von WWE.
Der Auftritt bei AEW ist vor diesem Hintergrund wirkungsvolle Crosspromo für beide Seiten. So ungeliebt Rousey in Teilen der Wrestling-Fanszene ist: Aufmerksamkeitstechnisch ist ihre Präsenz ein großer Fang für die Liga, die WWE vor einigen Jahren noch massiv geärgert hatte - seit den Abgängen der inzwischen wieder bei WWE aktiven Topstars Cody Rhodes und CM Punk aber wieder klar im Schatten des Marktführers steht.
Die Kooperation mit Rousey - mit rund 17 Millionen Instagram-Followern weiterhin eine der populärsten Sportlerinnen der Welt - ist kurz vor dem WWE-Jahreshöhepunkt WrestleMania nun ein wertvoller Kontrapunkt im Kampf um die Blicke der Zuschauer - und nicht der einzige: Bei Revolution feierte auch das legendäre Duo Adam Copeland und Christian Cage (ehemals Edge und Christian) sein Comeback für AEW - ebenso wie die Topstars Will Ospreay und Kenny Omega.
Adam Copeland und Christian Cage zurück
Die im vergangenen Jahr wieder vereinten Copeland und Cage griffen nach rund sechsmonatiger Abwesenheit ihre Fehde gegen die amtierenden Tag-Team-Champions FTR wieder auf: Nach dem Sieg von FTR über deren Erzrivalen The Young Bucks im Eröffnungskampf der Hauptshow ertönte die Musik von Copeland und Cage, die FTR dann mit einem Hinterhalt überraschten.
Der 52 Jahre alte Copeland und Altersgenosse Cage haben sich bei AEW für ein letztes Hurra zusammengefunden, das wohl auf eine große Dreierfehde gegen FTR (Dax Harwood und Cash Wheeler) und die Bucks (Nick und Matt Jackson) hinausläuft, die unter großem Raunen des Publikums hinter Copeland und Cage auftauchten, nachdem sie mit FTR fertig waren. Copeland und Cage legten vor den Augen der Bucks die Tag-Team-Gürtel von FTR in den Ring und zogen dann weiter.
Copeland und Cage waren seit dem September-Event All Out nicht mehr bei AEW zu sehen. Offizieller Grund war eine Attacke von FTR auf Copelands Ehefrau Beth (die ehemalige Beth Phoenix von WWE), tatsächlich hatte sich Copeland diversen TV-Projekten und einem Buch gewidmet.
Auch Will Ospreay und Kenny Omega sind zurück
Der Auftritt von Copeland und Cage war nicht die einzige Wiederkehr eines AEW-Abends, an dem Boss Khan vieles auf eine Karte setzte: In der Lakers-Arena inszenierte er auch die Comebacks der zuletzt pausierenden Ospreay und Omega.
Der Brite Ospreay - seit August wegen einer Nacken-OP außer Gefecht - rächte sich bei Revolution an Rivale Jon Moxley, der Ospreays Verletzung bei dessen letzten Auftritt mit einer Attacke verschlimmert hatte. Ospreay attackierte Moxley, nachdem dieser seinen Continental Title gegen den Japaner Konosuke Takeshita verteidigt hatte. Omega wiederum nahm unter ähnlichen Vorzeichen seine Fehde gegen Swerve Strickland wieder auf, der bei Revolution das aufstrebende Schwergewicht Brody King besiegt hatte und diesen danach schwer verletzen wollte.
Einen prominenten Neuzugang enthüllte Khan bei Revolution ebenfalls: Er verkündete die feste Verpflichtung der mexikanischen Legende Mistico (WWE-Fans durch sein glückloses Engagement als ursprünglicher Sin Cara bekannt), der bei Revolution zusammen mit dem Duo JetSpeed (Mike Bailey und Kevin Knight) die Trios Titles von der Don Callis Family (Kazuchika Okada, Kyle Fletcher, Mark Davis) gewann.
Ihren Besitzer wechselten zuvor auch die Tag-Team-Titel der Frauen (Megan Bayne und Lena Kross entthronten die „Babes of Wrath“ Willow Nightingale und Harley Cameron) sowie der National Title, den Jack Perry in einer Battle Royal dem bisherigen Halter Ricochet abnahm. Schadlos hielt sich dagegen Damenchampion Thekla aus Österreich, die ihren Gürtel gegen Ex-Titelträgerin Kris Statlander verteidigte.
MJF gewinnt blutig-brutalen Hauptkampf
Im Hauptkampf der Show bestritten World Champion MJF und Ex-Titelträger in den frühen Morgenstunden ein in enormen Maß blutig-brutales Texas Death Match, in dem unter anderem Stacheldraht, Leuchtstoffröhren, Cocktailspieße und am Schluss auch eine Hundekette zum Einsatz kamen.
MJF, der das Match in einem Gedenk-Outfit für den verstorbenen Hardcore-Pionier Terry Funk bestritt, holte sich am Ende den Sieg, indem er Page mit der Hundekette unter Zuhilfenahme der Ringseile bewusstlos würgte - als effektvolle Schlusspointe wurde bei der Aktion auch die Kamera bei einer Kollision mit Page blutig geschmiert.
Gemäß der vorab vereinbarten Matchklausel darf Page nun nie mehr um den World Title antreten.