Die Anzeichen waren recht deutlich - nun ist es tatsächlich passiert: Wenige Wochen nach dem letzten Match von WWE-Ikone John Cena hat sich auch dessen alter Rivale AJ Styles in den Ruhestand verabschiedet.
Gewissheit! Die nächste große WWE-Karriere ist beendet
Nächste große WWE-Karriere vorbei
Beim WWE Royal Rumble 2026 im saudi-arabischen Riad verlor der „Phenomenal One“ sein letztes Match gegen Österreich-Star Gunther, denselben Mann, der auch Cena zum Abschied besiegt hatte. WWE hatte zuvor eine Story inszeniert, in der Gunther Styles dazu brachte, in dem Kampf seine Karriere aufs Spiel zu setzen. Nun ist sie tatsächlich vorbei - zehn Jahre nach Styles‘ erstem großen WWE-Match beim Rumble 2016.
Gunther besiegte Styles am Ende eines dramatischen Showdowns mit derselben Aktion, mit der er auch Cena niedergerungen hatte, dem Aufgabegriff Sleeperhold. Im Unterschied zu Cena wurde Styles in dem Griff nach langem Kampf bewusstlos, so dass der Ringrichter das Match abbrach.
Styles, der emotional aufgewühlt wirkte, ließ sich nach dem Match noch eine Weile von den Fans feiern, ehe er mit hängendem Kopf einsam den Zuschauerbereich verließ. Gunther festigte mit dem Sieg sein neues Image als „Career Killer“ - im vergangenen Jahr war er auch der siegreiche Abschiedsgegner von Legende Bill Goldberg. Später in der Nacht spielte er auch im eigentlichen Hauptkampf des Abends - dem traditionellen Royal-Rumble-Match - eine Hauptrolle.
WWE Royal Rumble: AJ Styles‘ Karriere beendet
Die Geschichte von Styles, geboren am 2. Juni 1977 als Allen Neal Jones in Jacksonville, North Carolina (Allen Jones -> AJ) reicht weit zurück: Er war 2001 einer der letzten jungen Debütanten des früheren WWE-Konkurrenten World Championship Wrestling (WCW), kurz vor dessen Untergang.
WWE bot Styles im Jahr darauf nach einigen Probematches einen Vertrag an, den Styles aus familiären Gründen ablehnte: Styles machte mit seinem technisch brillanten Spektakel-Stil stattdessen in anderen Ligen auf sich aufmerksam: bei der Independent-Liga ROH (Ring of Honor) - und vor allem bei der damals größten WWE-Konkurrenzliga TNA.
Styles war Aushängeschild der auf seinen Stil zugeschnittenen X-Division, in der vor allem die Dreikämpfe mit Samoa Joe und Christopher Daniels in Erinnerung blieben. Er hielt alle Titel der Liga, teilte den Ring mit allen bekannten Gesichtern, die TNA damals verpflichtet hatte: Sting, Kurt Angle, Kevin Nash, Scott Steiner, Booker T und vielen anderen.
Dass der loyale Styles die Liga je verlassen würde, schien undenkbar, doch Ende 2013 platzten Vertragsverhandlungen mit der damals schwer kriselnden Liga. Styles erlebte darauf einen neuen Frühling bei NJPW in Japan, wo er zum Anführer des populären Bullet Club wurde - dem zweiten nach seinem heutigen WWE-Kollegen Prince Devitt (Finn Balor) und vor Kenny Omega.
Styles schnallte sich in Japan zweimal den prestigeträchtigen IWGP Heavyweight Title um, lieferte sich herausragende Matches mit Kazuchika Okada, Hiroshi Tanahashi, Kota Ibushi und vor allem dem späteren WWE-Wegbegleiter Shinsuke Nakamura.
Kreis schließt sich zehn Jahre nach Debüt
Styles feierte beim Royal Rumble 2016 mit damals 38 Jahren ein spätes Vollzeit-Debüt bei WWE, das ihn nochmal in ungeahnte Sphären tragen sollte.
Berichte, dass WWE für Styles eigentlich keine so großen Pläne gehabt und das Potenzial der Verpflichtung eher unterschätzt hatte, bestätigte Styles einige Jahre später im SPORT1-Interview. „Wurde ich als absoluter Topstar wahrgenommen, als ich hier angekommen bin? Absolut nicht!“, sagte er: „Eine Idee, was mit mir passieren sollte, gab es damals nicht. Ich musste mich beweisen, mir meinen Platz verdienen. Aber ich habe meine Gelegenheit bekommen und angegriffen.“
Nach ersten größeren Matches mit Chris Jericho und Roman Reigns folgte eine fantastische Matchserie mit Superstar Cena, die Styles endgültig auch auf der WWE-Bühne als Top-Attraktion etablierte. Er war zweimal und insgesamt über 500 Tage WWE-Champion, brillierte in herausragenden Duellen mit Brock Lesnar, Daniel Bryan und Seth Rollins.
Wie viel Anerkennung sich Styles bei WWE erarbeitet hatte, zeigte sich auch, als Styles 2020 von Liga-Ikone The Undertaker als dessen letzter Gegner auserwählt wurde. Ein besonderes Highlight war zuletzt bei Crown Jewel im australischen Perth das Revival seiner Rivalität gegen den ebenfalls bald zurücktretenden John Cena. Cena und Styles lieferten sich ein nostalgisches Zitatefestival, bei dem beide immer wieder die Spezialaktionen alter Rivalen nachahmten.
Styles hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, im Jahr 2026 seine Karriere beenden zu wollen - nun ist der bittersüße Moment tatsächlich gekommen.
Liv Morgan und Roman Reigns gewinnen Rumble-Matches
Styles‘ Abschied wurde eingerahmt von den beiden namensgebenden Royal-Rumble-Matches, bei denen je 30 Frauen und Männer um ein Titelmatch beim Jahreshöhepunkt WrestleMania im April rangen.
Bei den Frauen sicherte sich zu Beginn der Show Liv Morgan den Sieg, bei den Männern kam Styles‘ Bezwinger Gunther unter die letzten Zwei - wurde dann jedoch von Sieger Roman Reigns ausgeschaltet, der damit bei WrestleMania nach der Rückkehr an die Ligaspitze greift.
In einem turbulenten Match wurden zwei große Konkurrenten Reigns‘ durch Eingriffe von außen ausgeschaltet: Der an Position 2 enternde Shootingstar Bron Breakker wurde von einem maskierten Mann angegriffen, bei dem es sich um den von ihm verratenen Ex-Mentor Seth Rollins zu handeln schien. Breakker wurde nach dem Angriff von Nummer-1-Teilnehmer Oba Femi eliminiert.
Später erwischte es auch den früheren WWE-Champion Cody Rhodes, der einem Eingriff des amtierenden Titelträgers Drew McIntyre zum Opfer fiel. Der zuvor gegen Sami Zayn siegreiche McIntyre hielt sich damit einen gefährlichen Rivalen vom Hals.
Wie üblich war der Rumble Schauplatz für diverse Überraschungscomebacks und - debüts: Bei den Frauen kehrte Hall of Famerin Brie Bella zurück und feierte eine Reunion mit Zwillingsschwester Nikki, auch die zuletzt verletzte Tiffany Stratton kehrte zurück und hielt bis kurz vor Schluss durch, ehe Siegerin Morgan sich ihrer entledigte.
Bei den Männern präsentierte WWE wie erwartet den von Konkurrent AEW verpflichteten Powerhouse Hobbs, bei WWE nun neu getauft als Royce Keys. Die von vielen ebenfalls erwartete Rückkehr der Legende Chris Jericho gab es beim Rumble (noch) nicht.