Es war die wohl größte kreative Fehlentscheidung, die WWE seit langer Zeit unterlaufen ist – und sie hat laut übereinstimmenden Medienberichten zentrale Planungen für die Megashow WrestleMania 42 über den Haufen geworfen.
Neue Enthüllungen: WWE schrieb WrestleMania nach Shitstorm um
WWE schrieb WrestleMania um
Wie mehrere gewöhnlich gut informierte Medien berichten, hätte eigentlich Randy Orton anstelle von Titelverteidiger Cody Rhodes das WWE-Titelmatch am Ende der ersten Nacht der Megashow in Las Vegas gewinnen sollen. Die Liga hätte ihre Pläne geändert, als Reaktion auf die verheerenden Fanreaktionen auf das vor WrestleMania inszenierte Bündnis zwischen Orton und Star-Podcaster Pat McAfee.
WrestleMania 42: WWE ändert Pläne nach McAfee-Debakel
Orton sei eigentlich bis vor kurzem als Sieger und neuer Champion eingeplant gewesen, berichtet der langjährige Szene Guru Dave Meltzer in seinem Wrestling Observer Radio. Auch das andere Szeneleitmedium Fightful weist in dieselbe Richtung: Innerhalb der Liga sei „schwer davon ausgegangen worden“, dass Orton bei Mania seinen 15. World Title gewinnen würde, heißt es dort.
Anstelle des „Apex Predator“ triumphierte stattdessen Rhodes, während McAfee allem Anschein nach aus dem Programm geschrieben wurde: Er wurde vor dem Match von Rhodes und Rapper Jelly Roll ausgeschaltet und mit einer Trage aus der Halle gebracht. Als er zurückkam und Orton vergeblich zum Sieg verhelfen wollte, wandte sich auch dieser gegen ihn und verpasste ihm seine Spezialaktion RKO. Anschließend ließ er sich von Rhodes übertölpeln und besiegen – und hielt danach mit einer Frustattacke und einem Tritt gegen Rhodes‘ Kopf die Feindschaft am Köcheln.
Allem Anschein nach reagierte WWE damit auf den massiven Sturm der Kritik gegen die vor einigen Wochen vollzogene Entscheidung, Ex-NFL-Punter McAfee als Strippenzieher hinter Orton in die Fehde einzubeziehen. Die Idee war Berichten zufolge eine Anweisung von Konzernoberboss Ari Emmanuel – um Crosspromo mit Medienpartner und McAfee-Arbeitgeber ESPN zu betreiben und McAfees Schauspielkarriere anzuheizen.
Große Teile der WWE-Fanbase empfanden McAfee in der Story allerdings als deplatzierten Störfaktor und Fremdkörper – und entfesselten auf zahlreichen Online-Plattformen massive Shitstorms. Auch innerhalb von WWE soll viel Kopfschütteln über die Idee des bekannten Hollywood-Agenten Emmanuel vorgeherrscht haben.
Der Versuch, den Fehlschlag schnell hinter sich zu lassen, gelang vorerst nicht: Die erste WrestleMania-Nacht war aus Sicht weiter von dem Thema überschattet und erhielt auf Fanseiten historisch schlechte Kritiken – Tag 2 mit dem starken Hauptkampf Roman Reigns vs. CM Punk und dem mutmaßlichen Abschiedsmatch Brock Lesnars gegen den umjubelten Shootingstar Oba Femi schnitt deutlich besser ab.
Fokus zurück auf Cody Rhodes und Randy Orton
Wie Meltzer schon vor WrestleMania berichtet hatte, sollte die Story mit McAfee eigentlich nach WrestleMania weitergehen und in einem Tag-Team-Match beim Mai-Event Backlash münden – Orton und McAfee gegen Rhodes und Jelly Roll.
Diese Idee scheint nun vom Tisch – und mit ihr das in diesem Kontext passende Szenario, dass Orton Rhodes bei WrestleMania mit Hilfe McAfees entthront. Spekulationen über diesen Plan hatte McAfee schon im Vorfeld ausgelöst.
Im Zuge der Fehde mit Rhodes kündigte McAfee an, dass er sich nie wieder bei WWE blicken lassen würde, sollte Orton bei WrestleMania verlieren. Davon war zuletzt keine Rede mehr – was die Tür dafür offen lässt, dass McAfee nochmal zurückkommen könnte, wenn sich die Aufregung gelegt hat.
Alles deutet nun darauf hin, dass sich die Fehde zwischen Rhodes und Ex-Mentor Orton wieder auf die beiden Protagonisten fokussiert – womöglich kommt nun aber auch ein anderer dritter Mann ins Spiel.
Spannende Enthüllung um Aleister Black
Wie der Pro Wrestling Insider nun berichtet, war der düstere Aleister Black der Plan B (oder Plan A) als böser Hintermann Ortons. Demnach hätte es im Kreativteam die Idee gegeben, den Niederländer Black vor WrestleMania als den Mann zu inszenieren, der in Orton die bösen Geister wecken und zum Verrat des alten Freundes Rhodes animieren sollte.
Wie weit die Idee gediehen war, ist unklar, sicher ist nur, dass sie zu Gunsten McAfees verworfen wurde – und dass die Spekulationen nun neu in Gang kommen: Aufmerksamen Fans war schon bei der SmackDown-Ausgabe vor eineinhalb Wochen aufgefallen, dass Black bei allen Backstage-Segmenten mit Rhodes, Orton und McAfee als unauffälliger Beobachter im Hintergrund platziert wurde.
Ein neuer Masterplan?
Derartige Easter Eggs gab es bei WWE schon öfter, seit „Triple H“ Paul Levesque die kreativen Fäden von Ex-Boss Vince McMahon übernommen hat. Geführt haben sie nicht immer zu etwas – in dem Fall aber könnte mehr dahinter stecken.
Sowohl Levesque als auch die mächtige Kreativeminenz Paul Heyman gelten als Fans und Förderer von Black, der am Freitag vor WrestleMania in der Andre the Giant Battle Royal auffällig stark dargestellt wurde. Der ehemalige Malakai Black hat auch eine Vorgeschichte mit Rhodes: Die beiden bestritten schon eine größere Fehde gegeneinander bei Konkurrent AEW.
Im Lauf der kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob sich die Spekulationen um Black bewahrheiten – und auch, ob WWE die aufgebrachten Fans mit der kreativen Richtungsänderung besänftigen kann.