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WWE-Fans vergrätzt: Die schlechteste WrestleMania-Nacht seit 40 Jahren?

WrestleMania: Viele Fans vergrätzt

Im Hauptkampf der ersten Nacht der Megashow WrestleMania 42 scheint WWE das von Fans mit vernichtender Kritik aufgenommene Gastspiel von Pat McAfee abmoderiert zu haben.
Cody Rhodes muss sich bei WWE wohl nicht mehr mit Pat McAfee herumärgern
Cody Rhodes muss sich bei WWE wohl nicht mehr mit Pat McAfee herumärgern
© WWE
Im Hauptkampf der ersten Nacht der Megashow WrestleMania 42 scheint WWE das von Fans mit vernichtender Kritik aufgenommene Gastspiel von Pat McAfee abmoderiert zu haben.

Das Wrestling-Imperium WWE hat sich sichtbar bemüht darum, seine wohl größte kreative Fehlentscheidung seit langem wieder einzufangen – doch besänftigt hat es seine enttäuschten Fans damit nur bedingt.

Im Hauptkampf der ersten Nacht der Megashow WrestleMania 42 im NFL-Stadion von Las Vegas verteidigte WWE-Champion Cody Rhodes gegen seinen auf die dunkle Seite abgewandten Mentor Randy Orton – und es schien, als ob WWE die umstrittene Story um Ortons prominenten Hintermann Pat McAfee dabei nach kurzer Zeit wieder abmoderiert hat.

Der Entschluss fiel aus Sicht vieler Anhänger anscheinend zu spät: Das Echo der eingefleischten Anhänger auf Teil 1 der Großveranstaltung fällt überwiegend negativ aus.

WWE WrestleMania 42, Tag 1: Fan-Kritik fällt deftig aus

Auf der auch international populären deutschen Fanseite Cagematch Stand Sonntagabend mit 2,71 von 10 möglichen Punkten bewertet – das schlechteste Rating für einen WrestleMania-Abend seit der zweiten Ausgabe 1986 mit dem Hauptkampf Hulk Hogan vs. King Kong Bundy und einer wrestlerisch allgemein sehr dürftigen Card.

Noch vor zwei Jahren hatte WWE mit der zweiten Nacht der Jubiläumsshow WrestleMania 40 – mit dem zwei Jahre aufgebauten Titelgewinn von Rhodes gegen Roman Reigns – auf Cagematch die beste Resonanz seit Jahrzehnten erzielt. Besser bewertet waren nur die WrestleManias 17 2001 (mit dem Hauptkampf Steve Austin vs. The Rock und dem legendären TLC-Match zwischen Edge & Christian, den Hardy Boyz und den Dudley Boyz) und 19 2003 (mit den Klassikern Brock Lesnar vs. Kurt Angle, Shawn Michaels vs. Chris Jericho und dem letzten Austin-Rock-Duell).

Umso größer ist nun die Enttäuschung über Teil der 42. Ausgabe – getriggert hauptsächlich von der vielfach als Sündenfall kritisierten McAfee-Story.

Pat McAfee bei WWE: Ein großes Missverständnis

Die Liga hatte den früheren NFL-Footballer, WWE-Edelfan und Star-Podcaster McAfee wenige Wochen vor WrestleMania in die Story mit Rhodes und Orton involviert – Berichten zufolge auf Geheiß von Oberboss Ari Emmanuel, Chef des Mutterkonzerns TKO.

Emmanuel wollte mit McAfees Präsenz Crosspromo mit Medienpartner ESPN betreiben, wo McAfee ein bekanntes TV-Gesicht ist – und angeblich auch das Projekt vorantreiben, McAfee als Actionstar in Hollywood groß herauszubringen. McAfee wurde auf den offiziellen WrestleMania-Plakaten ebenso groß wie Rhodes und Orton porträtiert.

Bei der großen Mehrzahl der Fans kam die Idee nicht gut an, es gab massive Shitstorms auf diversen Online-Plattformen: Immer wieder wurde moniert, dass McAfee – trotz seiner Vorgeschichte als Kommentator und Gelegenheitswrestler bei WWE – ein deplatzierter Störfaktor in der persönlichen Geschichte von Rhodes und Orton gewesen sei.

Diverse WWE-Protagonisten – unter ihnen Rhodes und der eigentlich fürs Kreative verantwortliche WWE-Vorstand „Triple H“ Paul Levesque – hatten in Interviews in den Tagen vor WrestleMania klar durchblicken lassen, dass ihnen die Welle der Kritik nicht verborgen geblieben war.

Die Art und Weise, wie McAfee bei WrestleMania in die Nebenrolle und womöglich auch ganz aus dem Geschehen geschrieben wurde, wirkte dann auch wie der Versuch eines für alle Seiten gesichtswahrenden Abschlusses des großen Missverständnisses.

WWE-WrestleMania 42: Das Aus für Pat McAfee?

McAfee zog in Las Vegas vor Orton ein und spielte sich zunächst weiter als Herr des Geschehens auf: Er beleidigte die Fans und übernahm die Vorstellung Ortons – und nutzte dann die Gelegenheit, um Rhodes mit dem Mikrofon zu attackieren.

Die unfaire Attacke rächte sich: Rhodes schlug zurück, prügelte auf McAfee ein und nahm ihn mit Hilfe des ebenfalls in die Story involvierten Rapstars Jelly Roll schließlich aus dem Spiel, ehe die Ringglocke läutete: Unter begeistertem Lachen von Rhodes verpasste Jelly Roll McAfee eine Flugaktion vom Kommentatorenpult, McAfee wurde mit einer Trage aus der Halle gebracht – nicht ohne sich mit einem Stinkefinger von den Fans zu verabschieden.

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Die langjährigen Weggefährten Rhodes und Orton bekamen so doch noch die Gelegenheit, sich während des Matches auf ihre eigene Geschichte zu konzentrieren und ein klassisches „Big Match“ der alten Schule auf die Bühne zu heben – bis kurz vor Schluss zumindest.

Cody Rhodes siegt, Randy Orton wendet sich gegen McAfee

Am Ende des dramatischen Kampfs verpasste Orton versehentlich Ringrichter Charles Robinson seine Spezialaktion RKO und knockte ihn damit aus. Orton wollte die Gelegenheit dann nutzen und Rhodes einen verbotenen Tritt in die Weichteile verpassen – Cody aber blockte ab und trat selbst zu, ließ sich dann jedoch umgekehrt auskontern und kassierte den RKO.

Der scheinbar aus dem Spiel genommene McAfee kehrte an diesem Punkt mit einer Halskrause zurück (wohl ein Tribut an das legendäre Wrestling-Gastspiel von Comedy-Ikone Andy Kaufman) und versuchte Orton als Ersatzringrichter zum Sieg zu verhelfen. Nachdem das nicht klappte, verpasste Orton McAfee wütend seine Spezialaktion RKO – das kurzlebige Bündnis wirkt beerdigt.

Rhodes wiederum nutzte die Gelegenheit, dem abgelenkten Ringrichter seinen eigenen Finisher Cross-Rhodes zu verpassen und fuhr damit den Sieg ein. Die Fehde ging jedoch umgehend weiter, als Orton nach dem Match Rhodes nochmals attackierte und ihm seinen berüchtigten Punt Kick gegen den Kopf verpasste. Das letzte Wort in dieser Rivalität – in der der eigentlich als Guter inszenierte Rhodes auffällig oft von vielen Fans ausgebuht wurde – ist offensichtlich nicht gesprochen.

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Kritik auch an kurzen Matches

Trotz des Versuchs, sich aus dem McAfee-Schlamassel zu befreien, und Überraschungsclous wie dem Comeback des langjährigen Lieblings Paige ging der Daumen vieler WWE-Fans nach unten – und der Verdruss über McAfee war nicht der einzige Grund.

Wiederkehrende Kritikpunkte an Teil der Show lauteten: zu kurze und dramaturgisch zu wenig ambitionierte Matches (vier der sieben Kämpfe blieben unter der 10-Minuten-Marke – darunter sämtliche Frauenmatches), unverhältnismäßige lange Werbe- und Promo-Segmente, zu viel Fokus auf kommerzielle Crosspromo und Eigenwerbung, zu wenig „WrestleMania-Feeling“ im Ring, zu viel Effekthascherei drumherum.

Teil 1 der größten Show des Jahres hat viele Fans vergrätzt zurückgelassen – ob Tag 2 Besserung bringt, bleibt abzuwarten.

WWE WrestleMania 42, Tag 1 – alle Ergebnisse:

LA Knight & The Usos besiegen Logan Paul, Austin Theory & iShowSpeed
Unsanctioned Match: Jacob Fatu besiegt Drew McIntyre
WWE Women’s Tag Team Title Match: Paige & Brie Bella besiegen Lash Legend & Nia Jax (c), Alexa Bliss & Charlotte Flair, Bayley & Lyra Valkyria – TITELWECHSEL!
Women’s Intercontinental Title Match: Becky Lynch besiegt AJ Lee – TITELWECHSEL!
Gunther besiegt Seth Rollins
World Women’s Title Match: Liv Morgan besiegt Stephanie Vaquer (c) – TITELWECHSEL!
WWE Title Match: Cody Rhodes (c) besiegt Randy Orton