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Australian Open: Sensation um Tennis-Juwel

Schatten über eine Teenie-Sensation

Eine Teenagerin sorgt bei den Australian Open für große Begeisterung. Inspiriert wird ihr Spiel von Roger Federer und Carlos Alcaraz. Doch es liegt ein Schatten über ihrer Vergangenheit.
Ein Überblick über alles Wichtige rund um die Australian Open 2026.
Eine Teenagerin sorgt bei den Australian Open für große Begeisterung. Inspiriert wird ihr Spiel von Roger Federer und Carlos Alcaraz. Doch es liegt ein Schatten über ihrer Vergangenheit.

„Federer-Stil, Alcaraz-Stil.“ Als die 19-jährige Nikola Bartunkova vor einem Jahr bei iSport.cz ihr Spiel beschrieb, schreckte das Tennis-Juwel nicht vor Vergleichen mit ihren großen Vorbildern zurück: „All die aggressiven Spieler – das ist meine Inspiration seit meiner Kindheit. Ich liebe Volleys, Stoppbälle, alles, weil ich weiß, dass Gegner das nicht mögen. Genau deshalb spiele ich so.“

Am Donnerstag stellte Bartunkova ihr attraktives Spiel und ihre vielseitigen Fähigkeiten erstmals in einem richtig großen Match unter Beweis. Vor ihrem Duell mit der Weltranglistenzehnten Belinda Bencic in der 2. Runde hatte die Tschechin noch nie gegen eine Top-20-Spielerin gespielt.

Die Vorzeichen waren entsprechend klar verteilt. Ein unerfahrenes Talent traf auf die neben Aryna Sabalenka formstärkste Spielerin der Welt, die seit Oktober zwölf Matches ohne Niederlage geblieben war und zu Beginn des Jahres unter anderem Iga Swiatek bezwang. So sagte auch ihr Schweizer Teamkollege Stan Wawrinka noch vor zwei Wochen beim United Cup, alle würden derzeit „in Belindas Welt leben“.

Dazu kommt, dass Bartunkova noch zu Beginn des Monats in der ersten Runde beim WTA-125-Turnier in Canberra ausgeschieden war und sich somit alles andere als in Bestform befand.

Trotz 0:6! Bartunkova überzeugt bei Sieg mit „gelungenem Mix“

Doch die Außenseiterin spielte in 2:12 Stunden sensationelles Tennis und sorgte gegen Bencic für das erste Aus einer Top-10-Spielerin bei den diesjährigen Australian Open. Bei ihrem Sieg bewies Bartunkova zudem enorme Nervenstärke.

Nach einem 6:3 zum Auftakt folgte in Satz zwei eine herbe 0:6-Klatsche - doch das Tennis-Juwel schlug zurück und entschied den finalen Satz für sich (6:4). Immer wieder schlug die Tschechin dabei unglaubliche Winner und zog sogar die Zuschauer, die anfangs noch mehr auf Seiten von Bencic waren, mit ihrem spektakulären Tennis immer mehr auf ihre Seite.

Diese Vielseitigkeit hatte die zweimalige Juniorenfinalistin von Wimbledon schon bei iSport.cz betont: „Mein Tennis ist unberechenbar. Ich spiele jedes Mal etwas anderes, damit meine Gegnerinnen nicht wissen, welcher Ball kommt.“

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Nach ihrem Coup gegen Bencic sprach sie zudem von „einem Traum, der wahr wird, weil es ein unglaubliches Match von mir war“. Auch die favorisierte Bencic räumte beim SRF ein: „Ich bin schon enttäuscht, muss aber meiner Gegnerin gratulieren. Sie hat wohl das Match ihres Lebens gespielt. Ich denke, ich kann mir nicht sehr viel vorwerfen.“

Doping? Als Bartunkova sechs Monate bangen musste

Noch 2024 hatte sich allerdings ein dunkler Schatten über die Karriere von Bartunkova gelegt. Am 16. April war sie nach zwei positiven Dopingproben auf der ITF-Tour vorläufig suspendiert worden.

Festgestellt wurde die Substanz Trimetazidin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Durchblutungsstörungen im Herzen, das die Leistungs- und Ausdauerfähigkeit des Organs steigern soll.

Nachdem Bartunkova wiederholt und vehement ihre Unschuld beteuerte, dauerte es bis zum 11. November 2024, bis auch die zuständige International Tennis Integrity Agency (ITIA) die Umstände anerkannte.

„Nach Abschluss der Ermittlungen erkannte die ITIA an, dass die positiven Tests auf eine Verunreinigung eines Nahrungsergänzungsmittels mit Mariendistel-Extrakt zurückzuführen waren, dass der Verstoß nicht vorsätzlich erfolgte und der Spielerin keine erhebliche Schuld oder Fahrlässigkeit anzulasten sei“, hieß es in einem damaligen Statement.

Australian Open: Tschechien startet nun richtig durch

Nachdem sich beide Parteien auf eine sechsmonatige Sperre einigten, die rückwirkend seit ihrer Suspendierung geltend gemacht wurde, konnte Bartunkova fortan wieder auf der großen Tennis-Bühne aufschlagen.

Im vergangenen Jahr gelang ihr letztlich der Durchbruch, in dessen Folge sie in der Weltrangliste von Platz 537 auf 126 kletterte.

In der Nacht zu Samstag endete die Erfolgsgeschichte von Bartunkova, denn sie verlor ihr Drittrundenmatch gegen die an Nummer 21 gesetzte Elise Mertens mit 0:6, 4:6.