Grand Slams>

Einst schlug er Nadal - danach wurde es tragisch

Als eine Sensation Nadal schockte

Eine der größten Tennis-Sensationen der Geschichte jährt sich zum 17. Mal. Der Schwede Robin Söderling fügt Rafael Nadal in Roland Garros einst eine historische Niederlage zu.
Robin Söderling fügte Rafael Nadal seine erste French-Open-Niederlage zu
Robin Söderling fügte Rafael Nadal seine erste French-Open-Niederlage zu
© IMAGO/Paul Zimmer
Eine der größten Tennis-Sensationen der Geschichte jährt sich zum 17. Mal. Der Schwede Robin Söderling fügt Rafael Nadal in Roland Garros einst eine historische Niederlage zu.

Es ist der 31. Mai bei den French Open 2009. Der topgesetzte Rafael Nadal trifft auf Robin Söderling, Nummer 25 der Welt. Nadal ist zu diesem Zeitpunkt vierfacher Titelträger und hat bis dato noch kein einziges seiner 31 Spiele bei den French Open verloren. Seit Roger Federer im Finale 2007 ist es nicht einmal einem Spieler gelungen, Nadal auch nur einen Satz abzunehmen.

An jenem Tag aber schockt Söderling die ganze Tenniswelt, doch nur zwei Jahre später beginnt für den Schweden die bitterste Zeit in seiner Karriere, die er nach langem Hin und Her sogar beenden muss.

Wenn du hier klickst, siehst du Spotify-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Spotify dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Söderling setzt den „König von Paris“ unter Druck

Davon ist 2009 in Paris aber noch nichts zu ahnen. Die Ausgangslage vor der Partie gegen die spanischen Dominator war mehr als klar, zumal Söderling nur einen Monat zuvor gegen Nadal in Rom beim 1:6 und 0:6 eine wahre Demontage einstecken musste. Doch es kommt alles anders als erwartet. Am Ende steht eine der größten Sensationen der Tennis-Geschichte, die sich heute zum 17. Mal jährt.

Die Partie verläuft über weite Strecken ausgeglichen, der damals 24-jährige Schwede spielt ohne jeglichen Respekt gegen den großen Favoriten und lässt sich auch von Nadals Power nicht überrennen. Überraschenderweise bleibt Söderling ausgerechnet in den entscheidenden Phasen gelassener – die wichtigen Punkte macht er.

Mit seiner aggressiven Spielweise setzt er den „König von Paris“ unter Druck, bei dem sich ungewohnte Fehler einschleichen. Am Ende hat Söderling zwar 59 eigene Fehler auf dem Konto, aber auch 73 Winner. Ein Vorhand-Volley Nadals, der im Aus landet, entscheidet die Partie schließlich und besiegelt die Niederlage. Nadal unterliegt dem Underdog in vier Sätzen 2:6, 7:6, 4:6, 6:7.

Söderling: „Größter Sieg meiner Karriere“

Natürlich spielen die Bedingungen dem Außenseiter in die Karten. Es ist kalt und feucht an diesem Pfingstsonntag, wodurch der Ball langsam und Nadals Top-Spin kaum angenommen wird. Zudem ist der Spanier angeschlagen: Nach dem Ausscheiden bei seinem Lieblingsturnier muss er die Teilnahme in Wimbledon verletzungsbedingt absagen. Dennoch ist Söderlings Leistung unglaublich.

„Ich habe heute sicher nicht mein bestes Tennis gespielt“, sagt Nadal nach dem Match. „Natürlich bin ich im Moment enttäuscht, aber die Saison geht weiter. Ich muss diese Niederlage akzeptieren.“

Für den Schweden hingegen ist es „der größte Sieg meiner Karriere.“ Die Emotionen übermannen den 24-Jährigen, im Studio des französischen Fernsehens kämpft er mit den Tränen. Nie zuvor stand er im Viertelfinale eines Grand Slams.

Das Märchen geht für Söderling sogar noch weiter. Im Viertelfinale schmeißt er Nikolai Dawydenko raus, dann setzt er sich auch gegen Fernando Gonzalez durch.

Im Endspiel wartet kein Geringerer als Roger Federer. Der Schweizer lässt seinem Gegenüber aber keine Chance und holt sich den Sieg in drei Sätzen. Es ist sein erster Triumph bei den French Open.

Nadal-Pleite ebnet Federer den Weg

Die Niederlage seines Konkurrenten Nadal ebnet Federer den Weg zum langersehnten Titel in Roland Garros, durch den der Schweizer den Karriere-Grand-Slam perfekt macht. Es ist das einzige Mal in seiner glorreichen Karriere, dass Federer die French Open gewinnt – bei jedem anderen Grand Slam triumphierte er mindestens fünfmal.

Die bittere Pleite hat Nadals Karriere keinen großen Abbruch getan. Seine Bilanz bei den French Open ist nach wie vor beeindruckend: 112 Siege stehen vier Niederlagen gegenüber. Zwei davon hat ihm Novak Djokovic zugefügt, eine Söderling und eine der Deutsche Alexander Zverev.

Doch das Match gegen Söderling hat ohne Frage seinen Platz in den Tennis-Geschichtsbüchern gefunden – für den Schweden sollen nur wenige Jahre später schwere Zeiten folgen.

Söderling kündigt erst Comeback an – dann beendet er seine Karriere

2011 wird bei ihm das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert. Zwar klangen die Symptome wieder langsam wieder ab, doch er hatte weiterhin mit permanenter Erschöpfung zu kämpfen – deren medizinische Ursache rätselhaft waren.

Aus diesem Grund konnte der Söderling auch ein Jahr später kein Turnier bestreiten, weshalb er seit Juli 2012 nicht mehr in der Weltrangliste geführt wurde. Danach wurde es ruhig um den Skandinavier, ehe er 2015 in einem BBC-Interview ankündigte, im Jahr 2016 wieder mit 100 Prozent trainieren zu können. Doch daraus wurde nichts.

Magischer Sommer von Paris das Karriere-Highlight

Einen Tag vor Weihnachten 2015 verkündete der Schwede in einem offenen Brief sein Karriereende, da er sich nicht ausreichend von seiner Krankheit erholen konnte, um wieder als Profispieler aktiv zu sein.

Für Söderling ist dieser magische Sommer von Paris im Jahr 2009, als er nach dem Sieg gegen Nadal noch bis ins Finale der French Open kam, der absolute Höhepunkt seiner Karriere.