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French Open: Schockt der Djokovic-Bezwinger jetzt auch Zverev?

Schockt er jetzt auch Zverev?

Supertalent Joao Fonseca schaltet mit Novak Djokovic den nächsten Topstar bei den French Open aus. Wird der 19-jährige Brasilianer nun auch eine Gefahr für Alexander Zverev, der als neuer Topfavorit gilt?
Die French Open starten am 24. Mai. Hier sind alle Infos und Daten zum prestigeträchtigen Grand-Slam-Turnier.
Supertalent Joao Fonseca schaltet mit Novak Djokovic den nächsten Topstar bei den French Open aus. Wird der 19-jährige Brasilianer nun auch eine Gefahr für Alexander Zverev, der als neuer Topfavorit gilt?

„Ehrlich gesagt konnte ich letzte Nacht kaum schlafen“, verriet ein vor Freude strahlender Joao Fonseca kurz nach seinem Sensationscoup in Paris. Der erst 19 Jahre alte Shootingstar hatte soeben niemand Geringeren als Novak Djokovic, den 24-maligen Grand-Slam-Champion, aus den French Open katapultiert.

„Eine unglaubliche Erfahrung. Ich bin einfach sehr dankbar für diesen Tag. Es war schwer zu begreifen, als ich fertig war: Habe ich wirklich gewonnen?“, fragte der junge Brasilianer im Studio von TNT Sports beinahe ungläubig und immer noch spürbar überwältigt.

Am Freitagabend schrieb Fonseca ein weiteres Kapitel eines ohnehin denkwürdigen Turniers: Djokovic rang er nach einem beachtlichen Comeback mit 4:6, 4:6, 6:3, 7:5, 7:5 nieder.

French Open: Fonseca sorgt für nächste Überraschung

„Nach dem zweiten Satz hatte ich überhaupt kein Vertrauen mehr in mein Spiel, er hat mich regelrecht vernichtet“, gab Fonseca offen zu. „Aber nach dem dritten Satz habe ich angefangen, ein bisschen daran zu glauben.“

Fonsecas Coup gegen Djokovic ist kein Einzelfall: Tags zuvor war schon Jannik Sinner, die Nummer eins der Welt, sensationell gescheitert. Damit schreiben die diesjährigen French Open Geschichte: Es ist das erste Mal in der Open Era, dass kein ehemaliger Grand-Slam-Sieger bei einem Grand-Slam-Turnier wenigstens das Achtelfinale im Herreneinzel erreicht hat. 

Weil zudem Carlos Alcaraz gar nicht erst antrat, hat sich die Favoritenlage komplett verschoben. Plötzlich steht Alexander Zverev im Fokus – als letzter verbliebener Top-5-Spieler und heißester Kandidat auf den großen Triumph.

Topfavorit? Zverev bleibt zurückhaltend

Als „Topfavorit auf den Titel“ hatte Tennis-Legende Boris Becker den Hamburger nach Sinners Sturz bereits bezeichnet. Zverev selbst wollte davon nach seinem Drittrundensieg gegen Quentin Halys jedoch nichts wissen.

„Ich muss mich auf die Sachen konzentrieren, die ich beeinflussen kann und das sind meine Matches“, sagte der Weltranglistendritte nach seinem 6:4, 6:3, 5:7, 6:2-Sieg gegen den Lokalmatadoren.

Auch sein Umfeld gibt sich bewusst zurückhaltend. „Es ist noch ein langes Turnier vor uns, da kann noch so vieles passieren“, erklärte sein Bruder und Manager Mischa Zverev bei Eurosport.

Kommt es zum Duell mit Djokovics Bezwinger?

Und so könnte es passieren, dass Zverev in einem möglichen Halbfinale ausgerechnet auf Sensationsmann Fonseca trifft. Bei seiner ersten Achtelfinal-Teilnahme bei einem Major trifft der 19-Jährige nun zunächst auf Casper Ruud. Zverevs nächster Gegner ist der Niederländer Jesper de Jong.

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Klar ist: Fonseca geht mit mächtig Rückenwind in die zweite Woche der French Open. Nach einem holprigen Start in sein zweites Profijahr hat der Brasilianer spürbar Selbstvertrauen getankt.

„Es war ein harter Start ins Jahr für mich, ich hatte ein wenig mit Verletzungen zu kämpfen“, erklärte er. „Nach einem großartigen Jahr 2025 war es schwierig. Ich dachte: Schaffe ich das? Kann ich es besser machen als letztes Jahr?“

Fonseca tankt Selbstvertrauen

Das Fazit nach der ersten Woche fällt nun eindeutig aus: „Für mich war es superwichtig – nicht nur sportlich, sondern auch persönlich.“

Seinen Status als außergewöhnliches Talent hatte Fonseca mit seinem ersten Jahr auf der Tour manifestiert, das er als Nummer 25 der Welt beendete. Zum Vergleich: Alcaraz schaffte es bis auf Rang 32 in seinem ersten ganzen ATP-Jahr, Sinner auf Platz 37. 

Und auch gegen Zverev konnte der Youngster schon zeigen, dass er mithalten kann: Im April in Monte-Carlo verlor er zwar knapp in drei Sätzen – schnupperte aber bereits an der Überraschung.

Zverev hat Brasiliens Supertalent inspiriert

„Es war ein wichtiges Match, um zu sehen, auf welchem Level ich mich befinde, wie diese Jungs gegen mich agieren, wie sie bei den wichtigen Punkten spielen und wie sie mit Druck umgehen“, hatte Fonseca bei SPORT1 auf das Duell mit dem Deutschen zurückgeblickt.

Ein mögliches Wiedersehen mit Zverev bei den French Open hätte für Fonseca zudem eine besondere persönliche Note: „Er ist jemand, der ebenfalls sehr schnell und sehr jung auf die Tour gekommen ist. Er hat mich als kleiner Junge definitiv inspiriert“, verriet der Südamerikaner.

Umso brisanter ist, dass er nun ausgerechnet zum Stolperstein werden und Zverevs vielleicht beste Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel zunichtemachen könnte.

Zverev souverän, aber glanzlos

Zverev präsentiert sich bislang zwar stabil und abgeklärt, wirklich glänzen konnte er in Paris zuletzt nicht. Gegen Halys gab er im dritten Durchgang erstmals im Turnierverlauf einen Satz ab.

Dennoch gibt sich der Deutsche zufrieden mit seinem Niveau. „Auch wenn ich heute einen kleinen Durchhänger hatte, spüre ich, dass mein Level da ist“, sagte Zverev: „Ich werde alles dafür tun, auch in der zweiten Woche gutes Tennis zu spielen und alle meine Matches zu gewinnen.“ 

Gerade an einem „Durchhänger“ könnte Fonseca ansetzen: Der Brasilianer hat nicht nur gegen Djokovic eindrucksvoll Resilienz bewiesen, sondern bereits bei seinem Zweitrundenerfolg gegen den Kroaten Dino Prizmic nach zwischenzeitlichem 0:2-Satzrückstand triumphiert.

Besonderer Support für Fonseca: Wie würde Zverev reagieren?

Dazu kommt ein weiterer Faktor: das Publikum. Die brasilianischen Fans unterstützen ihren neuen Tennis-Helden bei den Spielen lautstark – mitunter an der Grenze des Fairplays.

Sogar Fonseca zeigte sich bereits genervt: „Brasilianische Fans denken manchmal, es sei ein Fußballspiel“, sagte der 19-Jährige bei ESPN Brasil: „Ich liebe die Zuschauer, aber es muss ein gewisses Maß geben. Es stört nicht nur den anderen Spieler, sondern auch mich.“ 

Diesen Ausnahmezustand könnte auch Zverev erleben – sollte es tatsächlich zum Halbfinal-Duell kommen. Und dann stellt sich die große Frage: Wie stabil bleibt der Hamburger unter dieser besonderen Atmosphäre?

Nach Fonsecas Märchenlauf steht jedenfalls fest: Dieser Teenager hat keine Angst vor großen Namen. Und genau das könnte ihn auch für Zverev zur echten Gefahr machen.