Jan-Lennard Struff hat bei den French Open für eine echte Überraschung gesorgt: Der 36 Jahre alte Warsteiner schaltete am Dienstag den Weltranglistenzehnten Alexander Bublik aus Kasachstan mit 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5 aus und jubelte nach einer starken Vorstellung über den Einzug in die zweite Runde.
French Open: Deutsche Überraschung in Paris!
Deutsche Überraschung in Paris!
„Ich bin glücklich. Das war ein toughes Match. Es waren schwierige Bedingungen“, sagte Struff bei Eurosport: „Eine überragende Unterstützung hier auf dem Court, es waren so viele Deutsche da. Einfach überragend.“
Becker traute Struff vorab die Überraschung zu
Eurosport-Experte Boris Becker jubelte über einen „ganz wichtigen Sieg für unseren Mann. Es war mal wieder an der Zeit, dass er so einen Spieler schlägt. Grand-Slam-Tennis liegt ihm.“
Die Tennis-Legende fügte hinzu: „Das letzte Mal, als er richtig gut gespielt hat, waren die US Open. Dort hat er die vierte Runde erreicht. In diesem Jahr ging es durchwachsen los, aber ich dachte, er hat heute eine Chance, weil Bublik auch schon mal besser gespielt hat und heute auch nicht besonders gut gespielt hat.“
Becker: Struff? „Ich liebe ihn“
Becker dachte, als Struff im vierten Satz schon mit 2:5 zurücklag, dass es in den entscheidenden fünften Satz gehen würde – doch der Deutsche drehte noch diesen Satz und beendete die Partie.
„Er ist richtig cool geblieben beim Matchball. In der Vergangenheit war Struffi mal etwas zu emotional, aber sowas kostet Kraft. Heute war er auch in schlechten Momenten ruhiger und in guten Phasen hat er sich nicht übertrieben gefreut. Das ist vielleicht der richtige Weg“, analysierte der Experte.
Nachdem Becker Struffs Siegerinterview bei Eurosport gesehen hatte, kam er noch mehr ins Schwärmen: „Wie authentisch ist denn bitte der Struffi? Ich liebe ihn und wünsche ihm für das nächste Match alles Gute.“
Altmaier will folgen
Nach Alexander Zverev ist Struff der zweite deutsche Teilnehmer, der seine Auftakthürde im Männerfeld nehmen konnte. Der ebenfalls am Dienstag geforderte Daniel Altmaier will noch folgen. Der Kempener, der zuletzt in Hamburg das Viertelfinale erreichte, fordert den Weltranglistenfünften Félix Auger-Aliassime heraus.
Struff, der 2019 und 2021 in Paris im Achtelfinale stand, hatte in Hamburg zuletzt ein Erstrundenaus verkraften müssen und war ohne das ganz große Selbstbewusstsein zu dem Topevent gereist.
Gegen Bublik, der im vergangenen Jahr in Paris das Viertelfinale erreicht hatte, arbeitete er dennoch mit Nachdruck an seinem Erfolg. 2024 hatte er ihn in der zweiten Runde von Paris schon einmal klar geschlagen – und jubelte nun wieder.