Als erster Popstar des Tennis wurde Björn Borg einst gefeiert, doch dem frühen Ruhm folgte ein tiefer Fall. Wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag am 6. Juni hat der Schwede ausführlich über die Schattenseiten seines bewegten Lebens, inklusive Drogensucht und falscher Freunde gesprochen.
Tennis-Ikone enthüllt: "Ich starb fast zweima!l"
Tennis-Legende legt Lebensbeichte ab
Nachdem er 1981 mit nur 25 Jahren seine Tenniskarriere zunächst für beendet erklärt hatte, fing er im Jahr darauf nach eigenen Angaben an, Kokain zu konsumieren. „Ich nahm nur Kokain, aber das ist ja schlimm genug. Ich nahm es auch nicht jeden Tag. Aber man denkt einfach nicht, dass es wirklich schlecht für einen ist. Du machst einfach weiter damit“, sagte Borg in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
Erst ganz am Schluss seiner Drogenzeit habe er gewusst: „Ich werde sterben, wenn ich die Drogen nicht loswerde! Und ich starb fast zweimal, Ende der Achtziger in Italien und Mitte der Neunziger in den Niederlanden.“
Tennis-Legende Borg lehnte Hilfe ab: „War dumm von mir“
Er habe jede Unterstützung aus seinem Umfeld abgeblockt. „Keine Ahnung, warum. Das war einfach dumm von mir.“ Heute sagt er: „Ich habe überlebt. Darüber staune ich selbst immer wieder. Wie ich es aus diesen dunklen Phasen herauskam.“
Er sei seit „vielen, vielen Jahren sauber“, ergänzte Borg. „Ich habe das auch im Grunde allein geschafft. Ich habe mich selbst aus dem Loch, in dem ich steckte, gekämpft. Das ist im Rückblick etwas, auf das ich stolz bin.“
Bereits im vergangenen Jahr war im Zuge der Veröffentlichung seiner Autobiografie Borgs frühere Drogensucht publik geworden. Anlässlich seines 70. Geburtstags ist das Buch mit dem Titel „Herzschlag“ auch auf Deutsch erhältlich.
„Tennis rettete mich“
Ferner schildert Borg wie ihm beim Kampf gegen seine Drogensucht auch der Weg zurück in die Tenniswelt, mit der er nach seinem frühen Ruhm Anfang der 80er-Jahre eigentlich abgeschlossen hatte, geholfen hat. „Ich wollte einen Zeitplan haben. Etwas, an dem ich mich festhalten kann. Und überleben. Von den Drogen loskommen. Darum ging es bei meinem berühmten Comeback. Tennis rettete mich. Und holte mich zurück in das Leben, das ich leben wollte.“
Borg sprach auch darüber, dass er als Unternehmer viel Geld verlor, weil er den falschen Leuten vertraut habe. „Viele versuchten, mich zu betrügen. Und sie taten es. Ich gab ihnen die Möglichkeit dazu.“
Borg kämpft gegen Krebserkrankung
Im vergangenen Jahr wurde zudem bekannt, dass Borg schwer an Prostatakrebs erkrankt ist. „Gerade geht es gut“, betonte er nun. „Ich muss mich weiterhin nur regelmäßig untersuchen lassen. Das gehört zu meinem Leben nun dazu. Ich muss das akzeptieren. Ich habe schon so viel durchgemacht im Leben, ich werde auch jetzt kämpfen.“
Borg gilt als einer der besten Tennisspieler der Geschichte. In seiner vergleichsweise kurzen Profikarriere gewann er elf Grand-Slam-Titel – sechsmal die French Open und fünf Mal in Wimbledon. Er war 109 Wochen lang die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste.