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French Open: Lässt der Ice-Man Zverevs großen Traum platzen?

„Er ist kalt, absolut eiskalt“

Mit Jakub Mensik wartet auf Alexander Zverev bei den French Open im Halbfinale eine harte Nuss. Der eiskalte Tscheche glänzt in Paris mit Nervenstärke und Nehmerqualitäten.
Der Halbfinalgegner von Alexander Zverev bei den French Open hat für einen kuriosen Moment auf der Pressekonferenz gesorgt. Plötzlich zuckte Jakub Mensik ein Krampf in die Beine.
Mit Jakub Mensik wartet auf Alexander Zverev bei den French Open im Halbfinale eine harte Nuss. Der eiskalte Tscheche glänzt in Paris mit Nervenstärke und Nehmerqualitäten.

Er ist wahrlich keiner für die großen Emotionen, aber einer für die großen Tennis-Momente und ganz viel Drama! Der junge Tscheche Jakub Mensik hat sich bei den French Open in Paris bis ins Halbfinale gekämpft und auf dem Weg dorthin einige denkwürdige Matches abgeliefert. Sein kommender Gegner am Freitagnachmittag ab 14.30 Uhr – Topfavorit Alexander Zverev – dürfte jedenfalls gewarnt sein. (French Open 2026 täglich im LIVETICKER)

Der „Ice-Man“, wie der Turnierveranstalter Mensik bezeichnete, zeigt in diesen Tagen von Roland Garros die ganze Bandbreite seines Könnens – eine druckvolle Spielweise, Aufschlag- und Nervenstärke und vor allem Nehmerqualitäten, die er während des Turniers mehrmals unter Beweis stellen musste.

Jede Menge Drama um Mensik

In der zweiten Runde rang der 20-Jährige, der bei Bundesligist Gladbacher HTC unter Vertrag steht, den Argentinier Mariano Navone in fünf Sätzen nieder, ehe er nach dem Matchball minutenlang mit einem Ganzkörperkrampf auf dem Boden lag. Fast fünf Stunden Spielzeit in saunaartiger Hitze hatten ihre Spuren hinterlassen, der Tscheche war völlig dehydriert.

In der Runde darauf besiegte der 20-Jährige den Australier Alex de Minaur in vier Sätzen, nachdem er den ersten Durchgang sang- und klanglos mit 0:6 verloren hatte. Im Achtelfinale folgte der nächste anstrengende Fünfsatzkrimi gegen den Russen Andrey Rublev. Im Viertelfinale setzte sich Mensik im Duell der Nachwuchsstars gegen den Brasilianer Joao Fonseca überraschend deutlich in drei Sätzen durch, hatte aber erneut mit körperlichen Problemen zu kämpfen.

„In den ersten zwei Sätzen habe ich das Spiel gut kontrolliert, aber ab Ende des zweiten Satzes fühlte sich mein Bein nicht gut an“, erklärte der Tscheche, der in seiner noch jungen Karriere schon häufiger von Verletzungen oder Krankheiten ausgebremst wurde. „Glücklicherweise nur ein kleines Problem mit dem Muskel.“

Neben Fonseca und seinem eigenen streikenden Körper galt es, eine weitere Hürde zu überwinden, denn die Sympathien des frenetischen Publikums lagen eindeutig beim Brasilianer. Doch Mensik, dessen bislang größter Erfolg im März 2025 der Triumph beim Masters-Turnier auf Hartplatz in Miami war, ließ sich nicht beeindrucken und bewahrte ganz „Ice-Man“-like einen kühlen Kopf.

Experten schwärmen vom „Ice-Man“

Vor dem Turnier hatte den Tschechen auf Sand sicherlich kaum einer auf der Rechnung, doch inzwischen überschlagen sich die Experten mit ihren Lobhudeleien für den Mann aus Prostejov – allen voran der US-Amerikaner Andy Roddick, seines Zeichens US-Open-Champion von 2003, der sich in seinem Podcast als Mensik-Fan outete.

„Dieser Typ ist echt“, sagte der inzwischen 43-Jährige. „Er ist 20. Er ist ein Prototyp. Er ist 1,96 Meter groß, er feuert Bomben ab, links und rechts.“ Er sei „kalt, absolut eiskalt“. Und dann musste Roddick einräumen, dass er Mensik viel zu lange außer Acht gelassen habe: „Wir haben doch erst zum Navone-Match geschaut, als er am Boden lag.“

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Dickes Brett für Zverev

Auch die schwedische Tennis-Legende Mats Wilander, dreimaliger Paris-Sieger, zeigte sich nach dem Fonseca-Spiel von Mensik beeindruckt: „Vor diesem Match war mir nicht klar, dass er mit einer solchen Variabilität spielen kann, dass er so vielseitig ist.“

Die US-amerikanische Ikone John McEnroe, der für TNT Sports die French Open verfolgt, behauptet gar: „Die Menschen auf der ganzen Welt wünschen sich so sehr, dass er erfolgreich ist. Das amerikanische Fernsehen hofft, dass er das Finale erreicht – so groß ist er mittlerweile geworden.“

Einer, der diese Meinung sicherlich nicht teilt, ist Alexander Zverev. Doch auch der Hamburger weiß, dass Mensik auf dem Weg ins Finale ein dickes Brett wird, das es zu bohren gilt. Trotzdem geht der Tscheche als Underdog ins Duell mit Zverev, der das bislang einzige Duell mit Mensik Ende April in Madrid in drei Sätzen gewinnen konnte.