Alexander Zverev greift bei den French Open zum wiederholten Male nach seinem ersten Grand-Slam-Titel. Der Hamburger setzte sich im Halbfinale gegen den 20 Jahre alten Tschechen Jakub Mensik 7:5, 6:2, 3:6, 6:3 durch und zog nach 2024 erneut in das Endspiel von Roland Garros ein.
Kurzfristiger Rückzug! Zverevs Finalgegner steht fest
Zverevs Finalgegner steht fest
Nun ist auch Zverevs Gegner klar: Im vierten Major-Finale seiner Karriere trifft der Tokio-Olympiasieger am Sonntag auf Flavio Cobolli.
Der Italiener zog kampflos ins Endspiel ein, weil sein Landsmann Matteo Arnaldi wegen eines Virus kurz vor dem Duell am Freitagabend zurückziehen musste. Das gaben die Organisatoren von Roland Garros weniger als eine halbe Stunde vor dem geplanten Duell auf dem Court Philippe-Chatrier bekannt.
French Open: Arnaldi muss zurückziehen
Bei einer Pressekonferenz erklärte Arnaldi, wie schlecht es ihm in den 24 Stunden vor dem geplanten Match gegen Cobolli ging. „Beim Abendessen habe ich es langsam im Bauch gespürt. Ab 1 Uhr nachts habe ich mich dann übergeben. Ich konnte überhaupt nicht schlafen“, sagte er.
Auch ein Arzt konnte ihm nicht weiterhelfen. „Er hat mir Medikamente gegeben. Ich habe gehofft, dass es einfach etwas vom Abendessen war. Aber ich konnte heute gar nichts essen“, berichtete der 25-Jährige.
Doch auch über den Tag hinweg sei es nicht besser geworden: „Sobald ich irgendetwas gemacht oder getrunken habe, musste ich wieder auf die Toilette. Jedes Mal, wenn ich aufstehe, ist mir schwindelig und ich fühle mich nicht gut.“
Cobolli indes habe „fast geweint“, als ihn die Nachricht von der Erkrankung seines Gegners erreicht habe. „So etwas erwartet man nicht. Ich war bereit, das Halbfinale zu spielen. Er tut mir sehr leid“, sagte Zverevs Finalgegner, der sich mit einigem Abstand zu Arnaldi den Fragen der Journalisten stellte.
Zverev kann deutsche Durststrecken beenden
Zverev, der sich im vergangenen Jahr in der dritten Runde von Roland Garros gegen Cobolli durchgesetzt hatte, will im 41. Anlauf bei den vier großen Turnieren endlich seine Durststrecke beenden.
Mit Zverev erreichte erstmals seit Beginn des Profitennis 1968 ein deutscher Spieler mehrmals das Finale von Roland Garros. Der Weltranglistendritte kann nun auch der erste deutsche French-Open-Sieger seit Henner Henkel 1937 und der erste deutsche Grand-Slam-Champion im Männer-Einzel seit Boris Becker bei den Australian Open 1996 werden.
Schon vor zwei Jahren hatte der 29-Jährige in der französischen Hauptstadt vor dem Titelgewinn gestanden, im Finale verlor er aber in fünf Sätzen gegen den Spanier Carlos Alcaraz. Seine erste Niederlage in einem Grand-Slam-Endspiel kassierte Zverev 2020 bei den US Open gegen Dominic Thiem aus Österreich, zudem unterlag er 2025 bei den Australian Open gegen den italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner.
Für Zverev war es das fünfte Halbfinale von Roland Garros in den vergangenen sechs Jahren. Gegner Mensik erreichte als jüngster tschechischer Spieler überhaupt in der Open Era die Vorschlussrunde bei einem Grand Slam.
In einem zunächst ausgeglichenen Spiel stellte Mensik früh sein variantenreiches Spiel unter Beweis, setzte immer wieder auf Stopps. Zverev behielt aber die Ruhe – und schlug bei seinem ersten eigenen Breakball direkt zum 6:5 zu. Nach etwas mehr als einer Stunde sicherte er sich mit einem Ass Durchgang eins.
In Satz zwei machte Zverev kurzen Prozess. Doch nach einer medizinischen Auszeit zu Beginn des dritten Satzes von Mensik, der mit Nackenprobleme zu kämpfen hatte, wurde es plötzlich nochmal spannend. Doch Zverev blieb konzentriert.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)