Alexander Zverev hat mit seinem Triumph bei den French Open einen Meilenstein erreicht. Für den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Andy Roddick kommt der Deutsche in der Außendarstellung allerdings deutlich zu schlecht weg.
Tennis-Ikone verteidigt Zverev: "Das ist beleidigend"
Zverev? „Das macht mich wütend“
„Man mag vielleicht aus bestimmten Gründen oder wegen Dingen außerhalb des Platzes kein Fan von Sascha sein. Aber es gibt Leute in verschiedenen Podcasts, die über ihn sprechen, als wäre er kein großartiger Spieler. Und das macht mich wütend“, brach der US-Amerikaner in seinem Podcast „Served“ eine Lanze für Zverev.
Zverev sei sehr wohl ein großartiger Spieler – und das nicht erst seit dem lang ersehnten Grand-Slam-Titel: „Wir sprechen von 24 Einzeltiteln. Er hat in den vergangenen neun Jahren jedes Mal die ATP-Finals gespielt, wenn er nicht verletzt war. Es gibt nicht viele Spieler, die achtmal bei den ATP-Finals dabei waren und sie zweimal gewonnen haben.“
Wegen Zverev: Roddick redet sich in Rage
Das Endspiel in Paris war bereits Zverevs vierte Teilnahme an einem der großen vier Finals. Siebenmal scheiterte er im Halbfinale. Hinzu kommt sein Gold-Triumph bei Olympia 2021 in Tokio.
Die Erfolge brachten dem Hamburger in den letzten Jahren den Ruf ein, der beste Tennisspieler ohne Grand-Slam-Titel zu sein.
Hinter den Überfliegern Carlos Alcaraz und Jannik Sinner sei Zverev die klare Nummer drei der Welt, meinte Roddick. Aber „zu behaupten, er sei nicht so gut, ist gegenüber jedem Tennisspieler auf der Welt beleidigend.“
Der einstige US-Open-Sieger redete sich regelrecht in Rage: „Nur weil Carlos und Jannik so gut sind, sollten wir nicht an den Punkt kommen, an dem jeder andere behandelt wird wie ein Stück Dreck.“
French Open: War der Titel geschenkt?
Kritiker argumentieren, dass Zverevs erster Grand-Slam-Erfolg aufgrund des überraschenden Verlaufs der diesjährigen French Open weniger wert sei.
Nach der Absage von Carlos Alcaraz und dem frühen Ausscheiden von Jannik Sinner und Novak Djokovic ging die Nummer drei der Welt vielen großen Namen aus dem Weg. Bis zum Finale trat er gegen keinen Top-20-Spieler an, auch im Finale stand ihm mit Flavio Cobolli „nur“ die damalige Nummer 12 der Welt gegenüber.
Getrübt wird die Anerkennung von Zverevs Erfolg für einige zudem durch Vorwürfe aus seiner Vergangenheit. Zwei seiner Ex-Freundinnen warfen ihm häusliche Gewalt vor. Ein Verfahren gegen ihn wurde 2024 nach einer Zahlung von 200.000 Euro eingestellt. Eine Verurteilung oder ein Schuldgeständnis ist damit nicht verbunden.
Auch emotionale Wutausbrüche aus früheren Jahren haften dem Image des neu gekrönten Champions weiterhin an.