Bislang blieb Alexander Zverev ein Grand-Slam-Titel verwehrt. Ändert sich das am Sonntag bei den French Open (ab 15 Uhr im LIVETICKER) trotz eines kleinen Nachteils? Sein Gegner Flavio Cobolli konnte sich deutlich länger ausruhen als der gebürtige Hamburger. Das Halbfinale sparte sich der Italiener, weil sein Landsmann Matteo Arnaldi, der von einem Virus ausgebremst wurde, kampflos aufgeben musste.
Tennis: Alexander Zverev - Flavio Cobolli im French-Open-Finale heute live im Free-TV, Stream & Ticker
Zverev greift nach Grand-Slam-Titel
Ein großer Vorteil für den Italiener? „Nicht wirklich“, meinte Zverev, „denn mir geht es gut. Ich hatte keine extrem langen Matches. Ehrlich gesagt, könnte ich jetzt schon wieder spielen.“ Das immerhin drei Stunden dauernde Halbfinale gegen Jakub Mensik, das zeitweise durchaus umkämpft war, steckt dem 29-Jährigen wohl nicht mehr in den Knochen.
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Sich zu viele Gedanken zu machen, sei derweil vor so großen sportlichen Ereignissen ohnehin nicht förderlich. „Um ehrlich zu sein, habe ich überhaupt nichts im Kopf. Wir sind Athleten, sehr wenige von uns haben überhaupt etwas im Kopf. Manchmal ist es einfacher, dumm zu sein und nicht zu viel nachzudenken“, meinte Zverev launisch.
French Open: Zverev winkt historischer Titel
Es winkt ein historischer Erfolg. Im 41. Anlauf will sich Zverev die Chance vom ersten Major-Triumph erfüllen. Es wäre der erste Grand-Slam-Titel für einen deutschen Spieler seit Boris Becker bei den Australian Open 1996 und der erste Erfolg bei den French Open seit Henner Henkel vor 89 Jahren.
Wie der Hamburger mit dem enormen Druck umgeht, beeindruckte auch Tennis-Legende Becker. „Der Druck ist auf seiner Seite. Egal, was er sagt. Er schottet sich ab. Er hat seine Familie um sich und spielt sein hervorragendes Tennis, genau wenn er es muss“, sagte der TV-Experte bei Eurosport.
Und Zverev muss am Sonntag. Denn er ist der klare Favorit gegen den Weltranglisten-14. aus Italien. Bereits dreimal stand Zverev in einem Grand-Slam-Endspiel. Zuletzt 2025 in Melbourne. Dreimal ging er als Verlierer vom Feld. Ändert sich das am Sonntag?
Zverev und Cobolli im Freundschaftsduell
Über seinen Gegner verliert der Weltranglistendritte nur warme Worte. „Er ist super talentiert, super jung, er verbessert sich immer wieder“, sagte Zverev über Cobolli, den er in vier Duellen dreimal besiegen konnte. „Für mich ist er einfach ein netter Mensch. Er hat ein gutes Herz. Wenn man ihn erst einmal näher kennt, ist er unheimlich witzig.“
Neben dem Platz verstehen sich beide Kontrahenten sehr gut, auf dem Court geht es am Sonntag um alles. Deshalb wird die Freundschaft wohl bis nach der Partie ruhen, denn „natürlich versucht man immer noch, den Gegner zu schlagen und zu gewinnen, aber das ist in Ordnung“.