Diese Szene hatte Symbolcharakter: Ben Shelton verlor auf dem Weg zum Ball hinter der Grundlinie die Standfestigkeit und legte auf dem Rasen in Wimbledon eine Bruchlandung hin. Wenig später folgte auch der sportliche Sturz.
Wimbledon: Erste große Sensation! Drama-Bruchlandung für Titelaspirant
Drama-Bruchlandung für Titelaspirant
Bereits in der 1. Runde verlor der US-Amerikaner völlig überraschend gegen den Finnen Otto Virtanen mit 4:6, 6:3, 7:6, 2:6, 6:7. Dabei reiste Shelton als einer der Geheimfavoriten beim Rasenturnier an. Und Virtanen? In Wimbledon hatte er bis dato in seiner Karriere erst ein Match gewonnen.
Immerhin war kein Spieler vorher so gut in Form wie der Linkshänder mit dem krachenden Aufschlag. Shelton gewann erst in Stuttgart und erreichte dann in Halle eine Woche später das Viertelfinale. Dort unterlag er denkbar knapp gegen Taylor Fritz.
Nichts deutete auf diesen Ausrutscher hin. Und Shelton rechnete sich als Rasen-Experte durchaus etwas aus. Immerhin kam er als Nummer vier der Setzliste nach London.
Finne sorgt für große Sensation
Doch gegen Virtanen, die Nummer 140 der Weltrangliste und ein Qualifikant, kam der 23-Jährige nicht zu seinem eigenen Spiel. Kurios: In 359 ausgespielten Punkten während des 4:21 Stunden langen Matches machte Virtanen exakt einen Punkt mehr.
„Ich hatte einen großartigen Monat, habe viele Matches auf Rasen gewonnen“, sagte Virtanen, der das Turnier im vergangenen Jahr wegen einer Verletzung verpasst hatte. „Ich wusste, wenn ich gesund bin, werden die Resultate kommen – und hier stehen wir“, sagte er unter dem Jubel des Publikums.
Dabei hätte Shelton dennoch alles klarmachen können. Er vergab einen Matchball im fünften Satz und musste wenig später seinem Gegenüber gratulieren. Shelton hatte in den vergangenen beiden Jahren in Wimbledon überzeugt, 2024 im Achtel- und 2025 im Viertelfinale verlor er jeweils erst gegen Jannik Sinner. Im vergangenen Jahr holte sich der Italiener anschließend seinen ersten Titel im All England Club. Shelton galt in der Hälfte von Alexander Zverev als einer der Hauptkonkurrenten des deutschen French-Open-Siegers.