Nach seinem French-Open-Triumph hat Alexander Zverev erstaunlich offene Einblicke in seine Gefühlswelt gewährt und deutlich gemacht, wie groß die Anspannung auf dem Weg zum ersten Grand-Slam-Titel wirklich war.
Zverev: "Jetzt kann ich darüber auch ehrlich sein"
Zverev: „Kann darüber ehrlich sein“
„Es war, glaube ich, die stresshafteste Woche, die ich in meinem Leben je gehabt habe, da bin ich auch ehrlich. Ich wusste, auf einmal bin ich ein haushoher Favorit bei diesem Turnier – was ich noch nie bei einem Grand Slam war“, offenbarte der Hamburger im Interview mit Sky.
Zverev bezog sich dabei auf die überraschend frühen Niederlagen seiner größten Konkurrenten in Paris. Jannik Sinner unterlag in der zweiten Runde nach haushoher Führung und Hitze-Drama dem Argentinier Juan Manuel Cerúndolo. Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic scheiterte in der dritten Runde am brasilianischen Teenager Joao Fonseca.
Zverev: „Habe es mir selber eingeredet“
Vor diesem Hintergrund sei Zverev bewusst geworden, dass die Chance auf den Titel größer denn je war. Wenn er sein Niveau aus den vergangenen Monaten abrufen würde, könne und müsse er dieses Turnier gewinnen.
Innerlich war der 29-Jährige dabei alles andere als cool und gelassen, auch wenn es nach außen manchmal so aussah. „Ich habe es mir selber eingeredet. Jetzt kann ich darüber auch ehrlich sein. Ich habe mich selber angelogen, für meinen eigenen guten Zweck“, gestand Zverev.
Nach der Niederlage Sinners habe er „die Nacht überhaupt nicht geschlafen“. Vor seinem Drittrundenmatch gegen Quentin Halys habe er zunächst etwas Ruhe gefunden. Doch dann folgte der nächste Paukenschlag: „Was passiert aber tagsüber, das Match vor mir? Djokovic verliert“, erinnerte sich der Deutsche.
Auch im Finale gegen den Italiener Flavio Cobolli sei er zwar „sehr nervös“ gewesen, gab Zverev zu. Von seinem großen Ziel ließ er sich am Ende jedoch nicht mehr abbringen.