Schon nach dem Erfolg in der ersten Runde fiel Zizou Bergs auf die Knie und konnte sein Glück kaum fassen. Zwei Tage später lehnte er lässig mit einem Arm auf dem Netz und freute sich über den nächsten Sieg in Wimbledon. Ausgerechnet an dem Ort, an dem er den bisher dunkelsten Moment seiner Karriere erlebte, genießt der Belgier nun auch die schönsten Seiten des Sports.
Wimbledon: Der Tennis-Zidane hat den sogar Teufel besiegt
Den Teufel besiegt
Denn gegen Jaime Faria aus Portugal gab es in der 2. Runde ein 7:6, 4:6, 6:3, 6:2. Der 27-jährige Limburger Bergs hatte zuvor auf dem heiligen Rasen nie ein Match gewonnen, jetzt steht er erstmals in der 3. Runde. So weit kam er bei Grand Slams erst zwei Mal zuvor – bei den French Open 2024 und den US Open 2025. (Wimbledon 2026 täglich im LIVETICKER)
Tiefpunkt bei Wimbledon 2025
Dabei sah exakt vor einem Jahr alles ganz anders aus: Bergs hatte das Leben als Tennisspieler satt. Er verlor 2025 in der ersten Runde in London gegen Lloyd Harris aus Südafrika mit 6:7, 6:7, 7:6, 2:6.
„Hätte man mir damals als Kind gesagt, ich würde eines Tages in Wimbledon spielen und nicht eine Minute genießen, hätte ich es niemals geglaubt. Aber genau das ist leider passiert. Das Leben auf der Tour ist eine ständige Welle des Drucks”, schrieb er in einem emotionalen Post bei Instagram.
Bergs hat schweres Jahr hinter sich
Dann gab er ganz düstere Einblicke in sein Seelenleben. „Motivation zu finden ist kein Problem für mich, aber Akzeptanz”, fuhr der Profi fort: „Und genau dann übernimmt der Teufel in meinem Kopf komplett und ich werde alles, aber nicht mehr ich selbst. Und das ist so eine Schande, weil ich diesen Sport liebe und den gesamten Vibe rundherum. Aber ich hasse es, Zizou in den vergangenen Monaten zu sein.“
Bergs nahm sich eine Auszeit von der Tour, rutschte in der Rangliste ab und versuchte einen Neustart – mit Erfolg.
Immer besser kam der Rechtshänder in den vergangenen Monaten wieder zurecht. Immer mehr fiel die gute Laune des Profis auch während der Matches auf. Bei der Wimbledon-Generalprobe in Eastbourne feierte der Belgier sogar seinen ersten Titel auf der ATP-Tour.
Wende rechtzeitig zu Wimbledon geschafft
Damit kletterte Bergs schon vor Wimbledon zurück auf Platz 37 der Weltrangliste. Nun geht es weiter nach oben. Der Tennis-Zidane, der seinen Vornamen der französischen Fußball-Legende Zinédine Zidane zu verdanken hat und der so viel wie „weiße Katze“ bedeutet, könnte nun sein Märchen fortsetzen.
Gegen die britische Hoffnung Arthur Fery ist Bergs am Samstag im Sechzehntelfinale der Favorit. Alles scheint, als würde Bergs am einst dunkelsten Ort seiner Karriere nun eine ganz neue Geschichte fortsetzen.