Jannik Sinner hat sich zum Wimbledon-Champion gekrönt – und seinen Titel gegen Alexander Zverev verteidigt. Der Italiener drehte das Endspiel nach Satzrückstand und gewann 6:7 (7:9), 7:6 (7:2), 6:3, 6:4. Auf den ersten Blick spiegelte das Finale die Machtverhältnisse in der Weltrangliste wider. Doch Zverev macht weiter mächtig Boden gut. Sinner wurde dies bei der Siegerehrung auch direkt bewusst.
So steht Alexander Zverev nach dem Finale in der Weltrangliste da
Bald Nummer eins? So nah ist Zverev
Der Sieger trat an das Mikrofon und sagte in Richtung seines Gegners und dessen Staff: „Ihr habt euch mit dem Sieg in Paris eines eurer ganz großen Ziele erfüllt. Wenn Sascha weiter auf diesem Niveau spielt, wird dieser Pokal eines Tages ihm gehören. Und er hat auch die Nummer eins im Blick, also muss man aufpassen.“
Das Endspiel war Sinners zehnter Sieg nacheinander gegen Zverev. Und doch vergrößerte der Weltranglistenerste seinen Vorsprung nicht – im Gegenteil. Denn die 2.000 Punkte für seinen Erfolg im vergangenen Jahr verteidigte der Italiener lediglich. Zusätzliche Punkte bekommt er also am Montag nach der Aktualisierung nicht und bleibt bei 13.450 Zählern.
So nah dran ist Zverev an Sinner
Doch Zverev schied im vergangenen Jahr in der ersten Runde aus. Diese 10 Zähler werden nun gelöscht und durch die 1.200 Punkte für das Endspiel ersetzt. Somit kommt der Hamburger auf 8.480 Punkte. Damit zieht er auch an der bisherigen Nummer zwei Carlos Alcaraz vorbei.
Trotz rund 5.000 Punkten Vorsprung sollte Sinner dennoch Zverev im Blick haben. Denn Sinner muss im Rest des Jahres extrem viele starke Turnierergebnisse verteidigen. Im Vorjahr standen Turniersiege in Peking, Wien, Paris-Bercy und bei den ATP-Finals zu Buche – ebenso wie die Finals von Cincinnati und den US Open. Und Zverev? Bei dem ist nur ein Finale in Wien mit vielen zu verteidigenden Zählern aufgeführt. Er kann also viel aufholen.
Wie nah dran Zverev am Konkurrenten tatsächlich ist, wird erst auf den zweiten Blick deutlich. Die ATP führt nämlich auch eine Statistik über die erspielten Punkte seit dem 1. Januar bis dato. Und dort ist Sinner (7.950) nur deutlich knapper vor Zverev (6.540). Leistet sich der Branchenprimus also in den kommenden Monaten eine Schwäche, kann der Traum der Nummer eins für Zverev tatsächlich wahr werden.