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Der Schlüssel zu Zverevs Triumph

Der Schlüssel zu Zverevs Triumph

Nach dem US-Open-Sieg von Alexander Zverev gegen Ben Shelton meldet sich Tennis-Legende Andy Roddick zu Wort und lobt die Mentalität des deutschen Tennisspielers.
Alexander Zverev gewinnt die US Open. Dabei scheint das deutsche Tennis-Ass zuerst gar nicht zu merken, dass er seinen Gegner Ben Shelton besiegt hat.
Thomas Sevastiadis
Nach dem US-Open-Sieg von Alexander Zverev gegen Ben Shelton meldet sich Tennis-Legende Andy Roddick zu Wort und lobt die Mentalität des deutschen Tennisspielers.

Am vergangenen Sonntag gewann Alexander Zverev die US Open und gleichzeitig seinen zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Im Finale besiegte er – zum Zeitpunkt der Partie – den Weltranglistenneunten Ben Shelton und verwehrte den einheimischen Fans den ersten US-Open-Sieg eines Amerikaners seit 23 Jahren. Andy Roddick gewann 2003 seinen einzigen Grand-Slam-Titel in New York.

Roddick fand nach dem Triumph Zverevs bemerkenswertes Lob für die deutsche Nummer 1. In seinem Podcast Served with Andy Roddick erklärte er, welches Element im Spiel des 29-Jährigen ihn am meisten beeindruckt hat: „Es gab keinerlei Emotionen – er gewann einen Punkt und Kopf runter. Er war der Energievampir des Arthur-Ashe-Stadions. Es war das perfekte Temperament für diesen Ort. Es war als wolle er nichts lieber, als die Begeisterung der Zuschauer zu dämpfen.“

Vergangene Niederlagen als Mentalitätsboost

„Ich weiß, dass jetzt alle sagen werden, er sei der neue Zverev und spiele besser denn je. Er war schon vor Roland Garros ein großartiger Spieler, der aber mit mentalen Blockaden zu kämpfen hatte, wenn es darum ging, ein Grand-Slam-Turnier zu Ende zu spielen und zu gewinnen. Das ist alles“, erörterte der 44-Jährige weiter.

Zverev stand vor seinem ersten Grand-Slam-Triumph im Juni bereits in drei Endspielen eines Majors. Alle drei Niederlagen sollen ihm geholfen haben, das letzte mentale Hindernis zu überwinden, um endlich einen Grand Slam zu gewinnen. „Könnt ihr euch vorstellen, wie es wäre, wenn er noch nie einen Titel gewonnen hätte und sowohl das Wimbledon-Finale als auch das Roland-Garros-Finale verloren hätte?“, führte Roddick seine Überlegungen weiter aus.

Kompletter Fokus auf sein eigenes Spiel

Besonders die Konzentration des 29-Jährigen fiel dem US-Amerikaner positiv auf: „Was ich unglaublich klug von ihm fand, war, dass er weder in Richtung eigene Bank gestikulierte noch sich bei seiner Bank beschwerte. In der ersten Woche war er gereizt und hat nicht gut gespielt.“

Genau das unterstreicht auch der wohl viralste Moment vom US-Open-Finale. Nach Sheltons finalem Fehler lief Zverev wieder zurück auf seine Seite und bereitete sich auf den nächsten Aufschlag des 23-Jährigen vor. Seinen Sieg bemerkte der Deutsche erst einige Sekunden später. Am Ende war sein Fokus auf den nächsten Punkt so intensiv geworden, dass er das Ergebnis aus den Augen verlor.

Nicht zum ersten Mal findet Roddick Lob für den nicht selten kritisierten Zverev. Nach seinem Erfolg in Paris redete sich der Ex-Profi in Rage. „Zu behaupten, er sei nicht so gut, ist gegenüber jedem Tennisspieler auf der Welt beleidigend“, wehrte er sich gegen die Kritik, Zverevs Weg ins Finale sei zu leicht gewesen.