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Eine Sache muss Zverev noch beweisen

Eine Sache muss Zverev noch beweisen

Alexander Zverev beweist bei seinem zweiten Grand-Slam-Triumph eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Eine letzte Sache muss er noch beweisen. Ein Kommentar.
Nach den French Open sichert sich der Hamburger auch den Titel in New York. In der Weltrangliste rückt Platz eins näher.
Alexander Zverev beweist bei seinem zweiten Grand-Slam-Triumph eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Eine letzte Sache muss er noch beweisen. Ein Kommentar.

Alexander Zverev hat mit dem Triumph bei den US Open bewiesen, dass sein Titel in Paris mitnichten eine Eintagsfliege war. Besonders bemerkenswert daran ist, dass Zverev spielerisch gesehen in New York womöglich sogar seinen schwächsten Grand Slam des Jahres absolvierte. Doch weder schwache Leistungen zum Turnierstart noch ein kurzfristiger Rückfall ins alte Defensivtennis verunsicherten ihn.

Selbst im Finale gegen Ben Shelton spielte Zverev weitgehend nicht auf dem Niveau, das er in Wimbledon gezeigt hatte und mit dem er sogar für Jannik Sinner zur großen Gefahr geworden war. Stattdessen agierte Zverev wie schon im gesamten Turnier meist klug in wichtigen Punkten und präsentierte sich deutlich reifer als sein auf dieser Bühne noch unerfahrener Gegner.

Natürlich gibt es auch Stimmen, die hinter seinem Titel wie schon bei den French Open ein Sternchen setzen wollen. Ja, Zverevs Weg ins Finale war erneut nicht der schwerste und beinhaltete keinen Spieler aus den Top 20 der Weltrangliste. Dass im Endspiel mit Shelton dann jener Gegner aus den Top 10 wartete, den Zverev bisher immer schlug, dürfte ihm auch gefallen haben.

Für seinen Turnierbaum muss sich Zverev jedoch nicht entschuldigen. Er kann nur jene Gegner schlagen, die ihm vorgesetzt werden. Und wenn ein Taylor Fritz selbst eine Zwei-Satz-Führung in der dritten Runde noch verspielt, ist es nicht Zverevs Schuld, dass das große Halbfinalduell ausfällt.

Zverevs Sprung auf Platz eins wäre gerechtfertigt

Nach dem Titel könnte sich mit der Nummer 1 nun bald sogar sein letzter großer Traum erfüllen. Sollte es so weit kommen, wäre Zverevs Platz an der Spitze auch gerechtfertigt – schließlich hat er in Sachen Konstanz einen deutlichen Sprung gemacht und in diesem Jahr bei den vier Grand Slams mehr Siege geholt als jeder andere Spieler.

Ohne Frage spielt ihm dabei in die Karten, dass Alcaraz und Sinner mit Verletzungen zu kämpfen hatten oder haben. Speziell Sinner zeigte, dass er im direkten Duell mit Zverev immer noch die Nase vorne hat. Doch allen, die Zverevs Nummer-1-Status anzweifeln würden, sei eine Weisheit aus dem US-Sport zitiert: „The best ability is availability.“ Sinngemäß übersetzt: Verfügbarkeit schlägt Talent.

Dennoch gehört zur ganzen Wahrheit auch ein kleines sportliches Aber: Rein spielerisch hat Zverev in den direkten Duellen noch nicht bewiesen, dass er mehr als die Nummer 3 ist. Gegen die beiden absoluten Überflieger Sinner und Alcaraz konnte Zverev 2026 kein einziges Duell für sich entscheiden. Gegen Sinner verlor er fünfmal in diesem Jahr, insgesamt sogar zehnmal in Folge.

Daher wäre die letzte, ultimative Krönung seiner Karriere, Sinner oder Alcaraz in einem direkten Schlagabtausch in einem Grand-Slam-Finale niederzuringen. Ein solcher Sieg wäre in Sachen Legacy am Ende sogar noch mehr wert als die Nummer 1 der Welt.