Adrian Mannarino musste bei den US Open nach der 2. Runde bereits seine Koffer packen. Doch trotz des 3:6, 1:6, 1:6 gegen Alexander Bublik sorgte der Franzose während des Turniers durchaus für Aufsehen.
"Odyssee des Jahres": Tennis-Profi wird gefeiert
„Mit ihm will es niemand aufnehmen“
Denn mit 38 Jahren zählt er immer noch zu den fleißigsten Reisenden im Profitennis. Wie die Gazzetta dello Sport berichtet, hat der Franzose in dieser Saison bereits 28 Turniere absolviert und damit mehr als jeder andere Spieler oder jede andere Spielerin im Feld der US Open.
Mannarino flog schon mehr als 70.000 Kilometer
Der Routinier legte in den ersten acht Monaten des Jahres rund 73.000 Kilometer zurück. Umgerechnet entspricht das 300 Kilometern pro Tag.
Seine Reise führte ihn quer durch den ATP-Kalender von Australien über Europa bis nach Nordamerika. „Man nennt ihn den stillen Marathonläufer“, schreibt die italienische Zeitung. Später im Bericht heißt es: „Nach der Odyssee des Jahres hat er mehr Aufsehen erregt als alle anderen.“
Mannarino begann die Saison in Melbourne und erreichte im Februar das Finale von Montpellier. Nach einer schwierigen Sandplatzphase fand der Franzose auf Rasen wieder zu besseren Ergebnissen zurück und zog unter anderem ins Halbfinale von ’s-Hertogenbosch ein.
Vor den US Open wurde Mannarino auf seine außergewöhnliche Turnieranzahl angesprochen. Die Statistik hatte er nach eigenen Angaben selbst nicht auf dem Schirm. „Ich habe nie darauf geachtet. Wenn es in einer Woche ein Turnier gibt, fahre ich hin. Warum nicht?“, erklärte der Franzose.
Tequila als Erfolgsrezept
Der Linkshänder, der mit seiner ganz flach und langsam geschlagenen Rückhand schon viele Gegner zur Verzweiflung brachte, wird in der Gazzetta dello Sport auch sportlich gewürdigt. „Auf der Tour will es niemand mit ihm aufnehmen“, schreibt die Zeitung aufgrund der unorthodoxen Spielweise. Die bringt ihm immer noch Rang 67 in der Weltrangliste ein.
Mannarino ist derweil in vielen Bereichen ein besonderer Profi. Seit seinem Debüt im Jahr 2004 wollte er nie den Namen seines nächsten Gegners wissen: „Normalerweise erfahre ich ihn erst eine Stunde vor dem Match, und das ist mir ganz recht.“
Zudem verriet er dem Publikum bei den Australian Open mal, dass er durchaus gerne mal ein Glas Tequila trinkt. „Das hilft mir, nicht nachzudenken“, sagte er.